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Radevormwald
Mehr Sicherheit nach dem Seniorentag

Radevormwald: Mehr Sicherheit nach dem Seniorentag
Thea Fedra ist aus Sicherheitsgründen mit ihrem Rollator unterwegs. Gestern testete und übte sie mit Dieter Dresbach vom Verein "aktiv55plus" auf dem Hohenfuhrplatz das Aus- und Einsteigen in einen Linienbus. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Gestern lernten Senioren auf Einladung des Trägervereins "aktiv55plus" und des Seniorenbeirats, wie sie ihren Alltag sicherer gestalten können. Sie kamen mit der Polizei, örtlichen Dienstleistern und Vereinen ins Gespräch. Von Flora Treiber

Der vierte Seniorentag der Stadt hatte das Thema Sicherheit als Mittelpunkt. Mit dem Verlust von körperlichen und geistigen Fähigkeiten entwickeln viele Senioren Ängste und Unsicherheiten, die gestern in der Grundschule Stadt angesprochen wurden.

Kyra Springer vom Trägerverein "aktiv55plus" und Wolf-Rainer Winterhagen vom Seniorenbeirat hatten wieder gemeinsam ein umfangreiches Programm rund um gutes Altern auf die Beine gestellt: Es beteiligten sich knapp 30 Vereine, Dienstleister und soziale Einrichtungen. In der Aula der Grundschule reihten sich die Messestände aneinander, an denen Senioren und deren Angehörige zu zahlreichen Themen beraten wurden. Zu den Seniorenheimen in Radevormwald gehört auch Haus Thiele aus Dahlerau. Einrichtungsleiterin Andrea Siebeneich nutzte den Seniorentag, um ihr Team vorzustellen und die Vorurteile gegenüber Seniorenheimen abzubauen. "Die Hürde, einen Kontakt mit uns aufzunehmen, ist immer noch hoch. Bei Angehörigen sind die Schuldgefühle das Problem und bei den Senioren selber ist der Gedanke an den letzten Umzug des Lebens präsent. Heute wollen wir über diese Ängste sprechen", sagte sie. An ihrem Stand hingen zahlreiche Fotografien, die das gesellige Leben in Wohnheimen abbildeten. "Einsame Menschen finden bei uns wieder eine Gemeinschaft. Auch beim Thema Sicherheit sind wir ein wichtiger Ansprechpartner", sagte Siebeneich. Neben einer Unsicherheit in den eigenen vier Wänden bewegen sich Senioren auch im Straßenverkehr manchmal unsicher und unaufmerksam.

Viele Hürden wie das Busfahren erscheinen mit Rollator nicht oder nur schwer möglich. Demografieexperte Dieter Dresbach bot aus diesem Grund ein Rollator-Training auf dem Hohenfuhrparkplatz an. Gemeinsam mit der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft (OVAG), die für diesen Zweck einen Linienbus zur Verfügung stellte, zeigte er den Besuchern, wie man mit Rollator in einen Bus einsteigt und auch wieder raus kommt. Für Thea Fedra war das ein Erfolgserlebnis. Die Seniorin ist seit sechs Jahren nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. "Ich habe es mir nicht zugetraut, aber mit ein bisschen Übung schaffe ich es beim nächsten Mal vielleicht alleine", sagte sie. Manuel Kippelt (OVAG) kennt die Probleme, die Rollatoren in Bussen machen können. "Senioren vergessen, die Bremsen festzustellen oder setzen sich auf den Rollator, der umkippt. Grundsätzlich sind alle Busse mit Rollatoren zu befahren", sagte er. Am Rollator von Thea Fedra war einiges locker. "Mal sehen, was die Werkstatt für mich und mein Mobil tun kann", sagte sie und ging zum Reparaturcafé. Polizist Jürgen Poschner klärte über Gefahren im Straßenverkehr auf, zeigte die Gefahr von toten Winkeln und wies auf die Bedeutung gut sichtbarer Kleidung hin. "Als grundlegende Tipps kann ich mitgeben, sich stets über tote Winkel bewusst zu sein, vor der Überquerung der Straße Blickkontakt mit dem Autofahrer aufzubauen und sich immer achtsam zu bewegen. Es gibt leider immer wieder tödliche Unfälle", sagte er. Kollege Walter Steinbrech war für Fragen der Kriminalprävention zuständig.

Einige Aussteller zeigten sich mit der Resonanz am späten Nachmittag zufrieden. "Es waren immer Gäste da und haben sich informiert", sagte Dr. Reinhold Hikl, der Vorsitzende von "aktiv55plus".

Quelle: RP
 
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