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Radevormwald
Meterlanges Deckenstück stürzt ein

Radevormwald: Meterlanges Deckenstück stürzt ein
An dieser Stelle ist gestern das sieben Meter lange Deckenstück runtergebrochen. Johannes Mans sieht sich deshalb spätestens jetzt in seiner Meinung bestätigt, dass die Schule gesperrt werden musste. FOTO: wos
Radevormwald. Die Bedeutung der Arbeiten an der Decke der Grundschule Stadt ist am Dienstag deutlich geworden, als bei Arbeiten an einem Flur ein Stück Decke samt Heizungsleitungen abgebrochen ist. Jetzt wird die Deckenkonstruktion untersucht. Von Wolfgang Scholl

Glück im Unglück hatte ein Arbeiter, der am Dienstag- nachmittag damit beauftragt war, die Decke über einem Teil des Flures im Obergeschoss der Grundschule Stadt aufzunehmen. Als er zwei Platten abgenommen hatte, löste sich ein etwa sieben Meter langes Stück und traf ihn am Kopf. Außer einer kleinen Platzwunde ist ihm nichts passiert. "Das zeigt die Bedeutung unserer Arbeiten", sagte gestern Bürgermeister Johannes Mans bei einem Termin in der Schule. Im Dezember hatte sich in einem Flur auf der anderen Seite eine Platte gelöst - und ein Statiker daraufhin die Schule untersucht und die Schließung empfohlen. Dem war die Stadt sofort nachgekommen und hatte die Grundschüler an die Hermannstraße ausgelagert.

"Mir zeigt dies eindeutig, dass es nicht nur richtig war, die Schule im Dezember sofort zu sperren, sondern auch, dass wir den kompletten Deckenbereich aufnehmen und erneuern", sagte Mans. Die Arbeiter, die seit der vergangenen Woche mit den Arbeiten beschäftigt sind, haben festgestellt, dass die Deckenplatten in dem großen Gebäudekomplex ganz unterschiedlich befestigt worden sind. Es wird vermutet, dass vor etwa vier Jahrzehnten unterschiedliche Kolonnen mit den Arbeiten beschäftigt waren und auch unterschiedliche Verfahren für das Befestigen der Platten angewendet haben. Das bedeutet, dass einige Teile noch lange gehalten hätten, andere, zum Teil direkt daneben liegende Teile aber defekt und damit gefährlich für die Schüler und Lehrer waren. Ähnliches hatte die Stadt 2015 auch von den Sporthallen an der Hermannstraße und anderen Turnhallen berichten müssen. Damals, im Zuge der Überprüfung zahlreicher Sporthallen in NRW nach einem Deckeneinsturz, waren die großen Hallen ebenfalls kurzzeitig gesperrt worden. Das Problem konnte durch eine neue Befestigung von zahlreichen Deckenplatten beseitigt werden.

In der GGS Stadt werden in den nächsten Tagen auch noch die restlichen Deckenplatten abgenommen. Ein Spezialist soll die gesamten Deckenkonstruktionen untersuchen und dann berichten, welche Aufgaben auf die Stadt zukommen: ob Teile der Deckenkonstruktion noch genutzt werden können oder ob eine komplett neue Konstruktion aufgebaut werden muss.

In den Räumen werden alle Decken geöffnet. Die Tafel ist "nicht geputzt".

Der Bürgermeister zeigte sich gestern noch positiv, dass der Kostenaufwand von 180.000 Euro gehalten werden kann. Der Umbau wird als sogenanntes erstes In-House-Geschäft im Auftrag der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ausgeführt. Ziel der Stadt ist es, dass der Unterricht an der Schule im August wieder aufgenommen werden kann, damit die Grundschulkinder in ihrem angestammten Gebäude unterrichtet werden können.

Teile der Deckenheizung, die fest sind, sollen in der Decke verbleiben. "Einige Teile der Gasdeckenheizung werden wir wohl nutzen können, andere nicht. Diese werden abgeklemmt und durch Radiatoren in den Klassenräumen oder Fluren ersetzt", sagte der Bürgermeister.

Quelle: RP
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