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Radevormwald
Mit der Eisenbahn durchs Huser-Land

Radevormwald: Mit der Eisenbahn durchs Huser-Land
Michael Huser auf einem Zug in seinem großen Garten-Eisenbahnland in Kottmannshausen. FOTO: Jürgenmoll
Radevormwald. Vor 20 Jahre eröffnete Michael Huser seine Gartenbahn in der Außenortschaft in Kottmannshausen. Heute feiert er mit anderen Modellbauern den runden Geburtstag der Bahn. Von Flora Treiber

Einmal Lokführer zu sein - diesen Traum entwickelte Michael Huser im zarten Alter von 15 Jahren. "Ich wollte eine Dampflok fahren und auf Gleisen unterwegs sein. Damals ist der Traum von einer eigenen Lok entstanden", sagt er. Als Jugendlicher hat Michael Huser auch die Welt der Modelleisenbahnen entdeckt und seit seinem ersten Messebesuch von einer eigenen kleinen Dampflok geträumt.

Einige Jahrzehnte später steht der Elektroingenieur inmitten seiner eigenen Gartenbahn mit einer Strecke von mehr als 400 Metern, einigen Bahnhöfen und vielen Erinnerungen. Auf dem Grundstück seines Elternhauses in der Außenortschaft Kottmannshausen hat er ein Paradies für viele Modellbauer und Hobby-Lokführer geschaffen. 1991 hat er die ersten Gleise geschweißt und verlegt.

Sechs Jahre später war der Rundkurs fertig und das Huser-Land feierte Eröffnung. "Der Lückenschluss des Rundkurses ist uns am Todestag von Lady Di gelungen. Ein markantes Datum, das ich nie vergessen werde", sagt der 58-Jährige. Jetzt, 20 Jahre später, gibt es im Huser-Land drei Bahnhöfe, Rangierflächen und Stichstrecken.

Wenn die Strecken für die Öffentlichkeit geöffnet werden, bewegen sich oft zehn Loks gleichzeitig auf der Strecke. Einen schweren Unfall gab es noch nie. "Hier wird auf Sicht und mit sehr viel Rücksicht gefahren", sagt der Hobby-Eisenbahner. Genau mit dieser Einstellung, Rücksicht und Behutsamkeit, hat Michael Huser seine Leidenschaft für Modelleisenbahnen weiterentwickelt. Seine Loks, meistens mehr als 100 Kilogramm schwer, funktionieren im Detail wie richtige Dampfloks und können ein Gewicht von 20 Passagieren ziehen. Bei einer Steigung von höchstens zwei Prozent und einer Geschwindigkeit von maximal zehn Stundenkilometer predigt die Gartenbahn Muße. "Wer mit der Gartenbahn mitfährt, kann sich die Umgebung ansehen und Geschichten über die einzelnen Haltestellen erfahren."

Gäste, die in die Welt des Huser-Landes abtauchen, treffen auf echten Lokomotiven-Charme, daran gibt es keinen Zweifel. Eine Uniform trägt Michael Huser allerdings nicht. "Viele der anderen Hobby-Lokführer machen das. Mir geht das allerdings zu weit." Ein ungewöhnliches Hobby ist das Huser-Land, Uniform hin oder her, aber schon. "Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Manche Menschen halten mich für verrückt, andere bewundern die Strecke und die Modellbahn."

Wie viele Männer es mit ausgeprägtem Spieltrieb gibt, kann man jährlich im Huser-Land beobachten. An manchen Tagen kommen bis zu 400 Besucher nach Kottmannshausen, um ihre Loks fahren zu lassen oder einfach nur die Ansicht der Gartenbahn zu genießen.

Skeptisch war auch zu Beginn des Projekts Huser-Land die Familie von Michael Huser. Mutter Irmgard und Ehefrau Jutta freundeten sich aber schnell mit der Gartenbahn an und kümmerten sich um die Bewirtung der Gäste. "Zum Abschluss eines Fahrtages hat meine Mutter immer eine Runde Eierlikör spendiert. Das war etwas Besonderes", sagt Michael Huser.

Heute feiert er in seinem wahr gewordenen Traum das 20-Jährige und freut sich auf viele Besucher, die mit ihm auf seiner eigenen Strecke auf Tour gehen. Wie sich das Huser-Land in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln wird, weiß Michael Huser noch nicht. "Ich werde die Strecke sicherlich weiterentwickeln und vielleicht ein paar neue Weichen einbauen. Vielleicht wird es auch mal wieder einen neuen Bahnhof oder eine Verschönerung der Strecke geben", sagt er.

Quelle: RP
 
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