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Serie Feuerwehr Besondere Ausstattung
Mit Drehleiter auch Dachbrände löschen

Serie Feuerwehr Besondere Ausstattung: Mit Drehleiter auch Dachbrände löschen
Beim Brand eines Fachwerkhauses am Sonntag, 5. Juli, in Feckinghausen kam auch die Drehleiter der Radevormwalder Feuerwehr zum Einsatz. Mit dem Korb an der Spitze unterstützt die Feuerwehr auch den Rettungsdienst. FOTO: scholl
Radevormwald. Die Bergische Morgenpost stellt ab heute in einer kleinen Serie in loser Reihenfolge spezielle Ausrüstungsgegenstände der Rader Feuerwehr vor. Heute geht es um die Drehleiter, die im Jahr 2000 für eine Million D-Mark angeschafft wurde. Von Flora Treiber

Die erste Drehleiter der Radevormwalder Feuerwehr wurde 1971 angeschafft, nachdem der Bauboom dafür gesorgt hatte, dass viele Häuser mit mehr als drei Stockwerken in Radevormwald errichtet wurden. Die 29 Jahre alte Drehleiter wurde im Jahr 2000 durch das aktuelle Fahrzeug ersetzt, das in der Löschgruppe Stadt seinen Platz gefunden hat.

"Die Drehleiter ist vielseitig einsetzbar und für Einsätze in Radevormwald unerlässlich geworden. Bei Hochhäusern müssen wir mit der Drehleiter den zweiten Rettungsweg sicherstellen", sagt Drehleitermaschinist Marc Schäfer. Er ist seit mehr als 20 Jahren Teil der Freiwilligen Feuerwehr und kennt sich gut mit der Drehleiter aus. Mit einer Nennrettungshöhe von 23 Metern können mit der Drehleiter nicht nur Menschen aus brennenden Häusern gerettet werden. "Wir können Dachbrände von oben löschen, technische Hilfeleistungen gewährleisten und Absturzsicherungen durchführen. Mit der Drehleiter kann man aber nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Tiefe arbeiten", sagt Schäfer.

Bei der Bedienung und Platzierung der Drehleiter am Einsatzort achtet er zunächst auf die Bodenverhältnisse. Nachdem das Rettungsfahrzeug geparkt wurde, muss es mit vier Stützen abgestützt werden, die aus dem hinteren Teil des Fahrzeuges gesteuert werden. "Erst wenn das Fahrzeug richtig steht und die Stützen ausgefahren sind, bekommen wir grünes Licht für die Drehleiter", sagt der Maschinist. Von einem Sitz am Ende der Drehleiter kann der vierteilige Leiterpark gesteuert werden.

Die Aufgaben, die Ehrenamtler wie Marc Schäfer übernehmen, können auch von den hauptamtlichen Kameraden der Feuerwehr übernommen werden. "Oft dauert die Anfahrt vom Arbeitsplatz bis zum Rettungsfahrzeug zu lange, um unsere Einsatzzeit zu gewährleisten. Unsere hauptamtlichen Kräfte sind vor Ort und können sofort mit der Drehleiter ausrücken", sagt Frank Schmidt, stellvertretender Leiter der Hauptfeuerwache an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße.

Mit dem Korb an der Spitze der Drehleiter unterstützt die Feuerwehr auch den Rettungsdienst, um gesundheitlich eingeschränkte Personen aus ihrer Wohnung zu transportieren. "Manche Treppenhäuser sind zu eng, um schwer verletzte oder stark eingeschränkte Personen sicher in den Krankenwagen zu transportieren", sagt Schmidt. Die Krankentrage kann entweder auf den Korb der Drehleiter aufgeschoben oder frei schwingend an ihm befestigt werden. "Ich erinnere mich an einen Einsatz, bei dem wir eine hochschwangere Frau, die in den Wehen lag, so aus ihrer Wohnung gerettet haben. Solche Einsätze sind auch für uns etwas Besonderes", sagt Schmidt.

Schwindelfrei sollte man allerdings sein, wenn man in mehr als 23 Metern Höhe arbeitet. Menschen, die über die Drehleiter gerettet werden, können auf die Unterstützung der Feuerwehrmänner zählen. "Wir begleiten den Abstieg und beruhigen die Menschen", sagt Schmidt.

Im Jahr 2000 hat die Anschaffung der neuen Drehleiter eine Million D-Mark gekostet. Bis zur dritten Drehleiter in der Geschichte der Radevormwalder Feuerwehr kann es noch einige Jahre dauern. "Jetzt ist die Drehleiter 15 Jahre alt und in einem sehr guten Zustand. Eine Drehleiter in dieser Größe kann maximal 30 Jahre genutzt werden. Wir haben also noch ein bisschen Zeit", sagt Schmidt.

Quelle: RP
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