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Radevormwald
Mit eigenem Stück auf die Theaterbühne

Radevormwald: Mit eigenem Stück auf die Theaterbühne
Der Literaturkursus des Theodor-Heuss-Gymnasiums spielt morgen Abend in der Aula hinter der Schule an der Hermannstraße ein selbst entwickeltes Theaterstück. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Schüler des Literaturkurses wagen ein Experiment - eine literarische Zeitreise vom Mittelalter bis in die Moderne. Von Flora Treiber

Schauspielern ist schon schwierig genug, aber gleichzeitig ein eigenes Theaterstück zu schreiben, war für die Schüler des Literaturkurses eine echte Herausforderung. Die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums haben sich aber auf das Experiment gemeinsam mit ihrem Lehrer Carsten Krause eingelassen und werden das Ergebnis ihrer Arbeit morgen präsentieren.

Der zweite Literaturkurs der elften Jahrgangsstufe brachte Anfang des Monats Georg Büchners "Leonce und Lena" auf die Bühne. "Durch einen Lehrerwechsel hatten wir leider nicht so viel Zeit für die Vorbereitungen. An unserer Aufführung arbeiten wir seit Anfang des Jahres", sagt Katharina Wessa. Bevor die Proben losgehen konnten, teilte sich der Kurs in mehrere Gruppen auf, die sich um die einzelnen Passagen des Stücks kümmerten, denn das musste ja erstmal geschrieben werden.

Ausgangspunkt ist "Faust", die wohl berühmteste Tragödie von Goethe. "Dafür haben wir uns relativ schnell entschieden. Die Schüler haben vorgeschlagen, mit dem Theaterstück eine Reise durch die verschiedenen Epochen darzustellen", sagt Kevin Pfeffer. Der Vorschlag wurde umgesetzt und somit reisen die Schüler in "Zeitreise durch die Literatur" vom Mittelalter über die Romantik bis in die Moderne. "Wir haben das Faust-Ehepaar, Hannelore und Heinrich, erfunden. Sie schließen, um ihre Ehe zu verbessern und weniger zu streiten, einen Pakt mit dem Teufel. In ihren Prüfungen treffen sie auf Gestalten der Literatur", sagt Katharina Wessa. Sie und Kevin Pfeffer spielen die beiden leitenden Rollen. Der Teufel wird von Anastasia Nedospasova und Diana Hardok und nach dem Rollentausch von Karla Flüs und Nadine Steinebach verkörpert.

Aufmerksame Zuschauer werden am Freitag unter anderem Figuren aus dem Märchen Rotkäppchen und aus Friedrich Dürrenmatts Stück "Die Physiker" erkennen. Bis es soweit ist, haben die Schüler allerdings noch viel zu tun. "Textsicher sind wir mittlerweile eigentlich alle, aber wir müssen uns noch Gedanken zu dem Bühnenbild und den Kostümen machen", sagte Anastasia Nedospasova Anfang der Woche.

"Außerdem kommen wir noch mit den Positionen auf der Bühne und den Einsätzen durcheinander. Aber das kriegen wir bis Freitag hin", ergänzt Diana Hardok. Nervös sind die Schüler noch nicht. "Das kommt kurz vor der Aufführung, aber eigentlich überwiegt die Vorfreude", meint Mario Evertsberg. Aktuell sind die Schüler vom Unterricht freigestellt, um sich ganz auf das Stück zu konzentrieren, und mit einem intensiven Endspurt die letzten Schwächen und Fehler auszubügeln. Dass der Kurs ein eigenes Stück in wenigen Monaten schreiben und einstudieren konnte, ist nicht nur auf einen guten Klassenzusammenhalt zurückzuführen. "Herr Krause ist ein toller Lehrer, der uns vertraut und keine Angst davor hat, Neues auszuprobieren. Die Vorbereitungen haben Spaß gemacht", sagt Katharina Wessa. Sie hofft mit ihren Mitschülern auf eine volle Aula und eine reibungslose Aufführung. Vorhang auf!

Quelle: RP
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