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Radevormwald
Mit Höllentempo durch Pylonenwald

Radevormwald: Mit Höllentempo durch Pylonenwald
Mit viel Tempo durch den Parcours - ohne dabei Pylonen umzuwerfen. Was von draußen aus so einfach aussieht, erfordert von den jungen Fahrern jede Menge Übung und noch mehr Konzentration. FOTO: hertgen
Radevormwald. Knapp 70 Jugendliche nahmen an der 33. Meisterschaft im Jugendkart-Slalom teil. Ausrichter war der Automobil-Club Radevormwald, der in NRW zu den erstzunehmenden Konkurrenten zählt. Der Nachwuchs ist enorm im Aufwind. Von Cristina Segovia Buendía

Der ACR ist im Aufwind: Erst neulich richtete die Kart-Abteilung des Automobil-Clubs Radevormwald seine nunmehr 33. Meisterschaft im Jugend-Kart-Slalom aus. Knapp 70 Jugendliche aus ganz NRW nahmen daran teil und kämpften um wertvolle Punkte. Die Radevormwalder schnitten vor allem in den jüngeren Kategorien gut ab.

Mit Karacho durch den Parcours, in möglichst kurzer Zeit, und ohne dabei Pylonen umzuwerfen - was von der Bande aus so einfach aussieht, bedarf viel Übung und noch mehr Konzentration. Um die Strecke bestmöglich zu fahren, müssen die Fahrer nicht nur ihr Kart gut kennen, sondern sich auch die Strecke mit all ihren Kurven einprägen. Nur so ist es möglich, den unübersichtlichen Parcours innerhalb von Sekunden zu überwinden.

Beim Anblick der jungen Fahrer war das, was sie leisteten, noch beeindruckender. Schon die Achtjährigen brausten in einem Höllentempo durch den Pylonen-Wald, als hätten sie in ihrem jungen Leben noch nie etwas anderes gemacht. An der Bande stolze Eltern, die ihren Sprösslingen zurecht zujubelten.

Auch beim ACR ist der Nachwuchs im Aufschwung: Aktuell fahren neun aktive Fahrer, vier Mädchen und fünf Jungs, im Alter zwischen acht und 17 Jahren, mit. Trainer Marcel Holländer (29), selbst langjähriger Kart-Fahrer, sieht in seinen Schützlingen viel Potenzial. In ganz NRW gebe es etwa 20 Kart-Vereine, die alle in den Altersstufen zwischen acht und 18 Jahren fahren. Ab 18 Jahren geht es weiter zum Auto-Slalom, sofern es der Geldbeutel zulässt, denn Motorsport ist ein kostspieliger Sport, sagt Holländer. "Ohne Sponsoren geht in den höheren Kategorien nichts." Kart-Fahren ist dagegen noch kostengünstig - und der ACR gehört in NRW zu den ernstzunehmenden Konkurrenten. "Aus Radevormwald kamen schon so einige Meister", sagt er.

Um die 150 Mitglieder zählt der Radevormwalder Motorsportverein, dessen Ursprung auf 1950 zurückgeht, als ihn 20 junge Männer in Honsberg gründeten. Zunächst mit Mopeds und Motorrädern. Später, Mitte der 1960er Jahre kamen dann auch die Autos hinzu - und es begann die goldene Ära, die Zeit der Rallyes und der Ausflüge zum Nürburgring.

Wesentlich jünger ist die Geschichte der Kart-Abteilung, die erst 1989 dazu kam. Holländer fuhr zehn Jahre lang mit, übernahm vor vier Jahren den Trainerposten und ist seitdem Jugendleiter. Seine Schützlinge kommen aus Rade, Hückeswagen, Wipperfürth und Bergisch Gladbach. Vor allem die jüngeren Fahrer scheinen Hoffnungsträger zu sein, denn auf der Bahn schlagen sie sich sehr gut wie die zehnjährige Lilly-Fee. Holländers ältere Tochter fährt seit ihrem sechsten Lebensjahr Kart. Bei der Meisterschaft schaffte sie es in ihrer Altersklasse auf Anhieb unter die besten fünf Fahrer. Das Vorurteil, Mädchen könnten nicht gut fahren, "das stimmt nicht", sagt der Jugendleiter. "Bei unseren Mädels klappt es auf Anhieb, und teils fahren sie den Jungs davon." Trainiert wird jeden Samstag von 12 bis 17 Uhr im Gewerbegebiet Mermbach an der Gewerbestraße. Das Gelände steht dem Verein zur Verfügung - ein 50 mal 30 Meter großer Platz. "Damit haben wir wirklich Glück", sagt Holländer. "Andere Vereine sind weitaus weniger gut bestückt."

Kart-Sport Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren sind beim ACR willkommen. Auch Sponsoren benötigt der Verein immer wieder, um junge Hoffnungsträger, vor allem auch beim kostspieligeren Auto-Slalom nach vorne zu bringen. www.ac-radevormwald.de

Quelle: RP
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