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Radevormwald
Mit "Kanzlerin-Kette" Projekte finanzieren

Radevormwald: Mit "Kanzlerin-Kette" Projekte finanzieren
Die 69-jährige Birgitt Rocholl fertigt für eine Hilfsaktion diese Kette in Nationalfarben an. l FOTO: Jürgen Mol
Radevormwald. Birgitt Rocholl möchte hilfsbedürftigen Menschen in Deutschland helfen und plant, mit einer limitierten Ketten-Auflage Geld zu sammeln. Unterstützung erhofft sie sich von der Bundeskanzlerin. Der hat sie eine Kette zur Verfügung gestellt. Von Marion Gerdel

Nicht nur an sich selbst, sondern auch an andere denken und unmöglich Scheinendes möglich machen: Nach dieser Maxime lebt Birgitt Rocholl. Sie möchte jetzt mit einer "Kanzlerin-Kette" Geld für Hilfsprojekte sammeln.

2014 verbrachte sie mehrere Monate als "Au-Pair-Granny" in New Mexico. Bei einem ihrer Ausflüge entdeckte sie einen Großhandel für Schmuckzubehör. "Ganz berauscht von den Farben, den vielen verschiedenen Steinen und dem Silberzubehör machte ich dort gleich einen Großeinkauf", erinnert sich die 69-Jährige. Zurück bei der Gastfamilie, fing sie an, aus dem mitgebrachten Material Ketten und Ohrringe herzustellen, um sie als Geschenke mit nach Hause zu bringen. Bei einem späteren Aufenthalt in der Schweiz belegte sie auch noch einen Kursus, um ihre Fertigkeiten in der Schmuckherstellung zu verfeinern.

Immer auch am Tagesgeschehen interessiert, verfolgte Birgitt Rocholl natürlich auch die Diskussionen um die Griechenland-Hilfe. "Das hat mich sehr beschäftigt, denn ich finde, dass wir hier in Deutschland genügend eigene Probleme haben, und dass wir unser Geld besser in Projekte vor Ort stecken sollten", ist sie überzeugt.

Zufällig stellte sie aus 18 Millimeter großen, schwarzen Onyx-Kugeln, roten Bamboo-Korallen und vergoldeten Kupferscheiben eine auffällige Kette her. "Meine Tochter sprach mich auf die Nationalfarben an, aus denen diese Kette besteht - und da hatte ich gleich die Idee, die ich heute in die Tat umsetzen will."

Mit ihrem Hobby will sie Spenden sammeln, und damit effektiv im eigenen Land helfen. Das war der Grundgedanke, der nach vielen Überlegungen nun gereift ist. 1000 Ketten möchte Birgitt Rocholl herstellen und aus dem Erlös jeweils 50 Euro, insgesamt also 50 000 Euro, spenden.

Mit dem Wissen, dass die Bundeskanzlerin häufig Steinketten trägt, will sie ihr Produkt mit der Popularität von Angela Merkel verbinden. "Ich habe ihr die Kette, die ich seither 'Kanzlerin-Kette' nenne, geschickt. Das Geschenk habe ich mit der Bitte verbunden, sie zu tragen und damit ein Zeichen zu setzen, dass es in Deutschland auch genügend hilfsbedürftige Menschen gibt, die unterstützt werden müssen."

In ihrem Brief an die Kanzlerin hat sie diese auch ermutigt, die Missstände in unserem Land anzupacken und sich für dauerhaften Wohlstand in Deutschland einzusetzen. Das über den Kettenverkauf gesammelte Geld wird an drei ausgesuchte Spendenprojekte verteilt, wobei jeder Käufer selbst bestimmen kann, welches Vorhaben unterstützt werden soll. Bei der Auswahl der Projekte hat sie darauf geachtet, dass es sich um regionale Aktionen handelt und dass das Geld ohne Verwaltungsaufwand direkt an die Bedürftigen geht.

Mit viel Herzblut und Organisationstalent hat Birgitt Rocholl die Verkaufswege für ihre Ketten erstellt. "Wilfried Knuf hat mir geholfen, eine Internetplattform zu erstellen. Außerdem gibt es bereits ausgewählte Konzeptläden auf Sylt oder in Berlin, wo sich jeder informieren und die Ketten sofort bestellen kann. Außerdem wird es bald Poster geben, die die Kette zeigen und auf die Aktion hinweisen", erzählt sie.

Quelle: RP
 
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