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Radevormwald
Mitarbeiter der Stadt fühlen sich überlastet

Radevormwald: Mitarbeiter der Stadt fühlen sich überlastet
Volker Grossmann, Vorsitzender des Personalrates. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Radevormwald. Den Beschluss des Rates, weitere Stellen im Rathaus zu streichen, hat Personalratsvorsitzender Volker Grossmann nun in einem Brief an die Ratsfraktionen deutlich kritisiert. Von Christian Peiseler

Aus seiner Sicht sei es nicht weiter hinnehmbar, wenn immer mehr Aufgaben von immer weniger Mitarbeiter erledigt werden sollen, heißt es in dem Schreiben. Er fordert den Rat der Stadt auf, nicht weiter das Personal im Rathaus zu verringern.

Der Rat der Stadt hatte in der jüngsten Ratssitzung beschlossen, weitere 3,5 Stellen sozialverträglich einzusparen. Sie sollen bei Ausscheiden des Mitarbeiters nicht wiederbesetzt werden. Insgesamt beschäftigt die Stadt etwa 200 Mitarbeiter.

Großmann zeigt auf, dass die Mitarbeiter bereits an der Grenze ihrer Arbeitsbelastung angekommen sind. Im Schnitt habe jeder Mitarbeiter etwa 46 Überstunden auf dem Stundenkonto. Die Politik verlange von der Verwaltung immer mehr Auskünfte, Protokolle und Stellungnahmen. Mit dieser Flut von Anträgen und Beschlüssen seien die Mitarbeiter aber überfordert. Als Beispiel nennt Großmann das Thema "Sozialraumplanung" . Diese Aufgabe sei nicht mehr mit dem vorhandenen Personal zu erfüllen gewesen. Sie musste an Fremde vergeben werden. Auch manche Folgekosten von Entscheidungen bringen die Verwaltungsmitarbeiter in Schwierigkeiten.

Der geplante neue Sportplatz an der Herrmannstraße verlange eine intensive Pflege. Doch die Schulhausmeister hätten mit drei Schulen und zwei Dreifachturnhallen jetzt schon bereits genug zu tun. Für die neue Sportanlage mit Kunstrasen und Leichtathletikbereich in der Nähe eines Waldes hätten die Mitarbeiter eigentlich keine Zeit – es sei denn, sie leisten Überstunden. Doch diese sollen gerade abgebaut werden, um Kosten zu sparen.

Bürgermeister Dr. Josef Korsten zeigte Verständnis für die Sichtweise des Personalrates. "Ich sehe Belastungsgrenzen, die nicht weiter ausgedehnt werden dürfen", sagte Korsten. Wenn der Rat der Stadt beispielsweise verlange, dass das Protokoll einer Ratssitzung innerhalb einer Woche fertiggestellt, unterschrieben und verschickt sein soll, dann binde dies bei den Mitarbeitern sehr viel Zeit. Im Gegensatz zum Personalrat sieht Korsten aber in einer externen Begleitung von Gutachtern einen guten Beitrag, das Sparziel eines ausgeglichenen Haushaltes zu erreichen. An Einsparungen beim Personal führe in Zukunft kein Weg vorbei, sagt Korsten.

(RP/rl)
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