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Feuerwehr Besondere Ausstattung (7)
Mobile Leitstelle bei Großbränden

Feuerwehr Besondere Ausstattung (7): Mobile Leitstelle bei Großbränden
Der Einsatzleitwagen aus Herkingrade wird immer bei Großlagen hinzugezogen. Von diesem Wagen aus werden dann die Löscharbeiten wie hier in Feckinghausen Anfang Juli koordiniert. FOTO: wos
Radevormwald. Die BM stellt in loser Folge Ausrüstungsgegenstände und Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr vor. Heute geht es um den in Herkingrade stationierten Einsatzleitwagen. Er ist für die Einsatzleitung wichtig, um den Einsatz vernünftig abzuarbeiten. Von Marion Gerdel

Die Bekämpfung eines Brandes fordert von Feuerwehrleuten nicht nur eine gute Ausbildung sowie eine große Portion Mut; ohne Übersicht und eine generalstabsmäßige Koordination würde eine Löschsituation im Zweifelsfall nicht beherrschbar sein. Daher wird von der Leitstelle der Feuerwehr in Gummersbach bei jedem größeren Brand automatisch der in Herkingrade stationierte Einsatzleitwagen, kurz ELW 1, angefordert. Etwa sechs Mal pro Jahr kommt das Fahrzeug zum Einsatz und ist Basisstation für alle Brandbekämpfer.

Die Einsatzleitung selbst fährt in den seltensten Fällen mit dem ELW zum Brandort, sie benötigt das Fahrzeug aber unbedingt zur Koordinierung des Einsatzes. 16 Radevormwalder Feuerwehrleute sind für den Dienst auf diesem Funk- und Büro-Spezialwagen geschult, die im Einsatzfall angefunkt werden. Die Herkingrader Mannschaft bringt das Fahrzeug zum Brandort. Dort werden dann die vielfältigen Aufgaben auf die ELW-Mannschaft verteilt. In erster Linie sind sie zentrale Anlaufstelle für sämtliche Informationen, die während der Brandbekämpfung gesammelt und weitergeleitet werden müssen.

"Wir sind die unverzichtbaren Helfer im Hintergrund", sagt Marcel Hedderich, stellvertretender Einheitsführer Herkingrade, und beschreibt damit die Aufgaben, die mit dem Fahrzeug bewältigt werden, das mit modernster Technik ausgestattet ist. Um die Kollegen zu unterstützen, die die Brandbekämpfung durchführen, sitzen permanent zwei Feuerwehrleute an den Funkgeräten. Eines davon dient dem internen Informationsaustausch mit den Einsatzleitern, das andere verbindet die Brandbekämpfer mit der Leitstelle in Gummersbach-Kott-hausen, um von dort neue Informationen zu erhalten und gleichzeitig den aktuellen Stand der Feuerbekämpfung weiterzugeben. So kann, wenn nötig, schnellstmöglich Nachschub an Feuerwehrleuten oder Material angeforderte werden. "Aber wir sind auf dem Wagen auch zuständig für die Einsatzdokumentation", sagt Torsten Kleinschmidt, stellvertretender Wehrführer und Zugführer des Löschzuges 2 aus Herkingrade, Remlingrade und Önkfeld.

Dabei wird im Detail aufgelistet, wie viele Einsatzkräfte vor Ort waren oder wie sich die Situation verändert. Für diese Lagedarstellung nutzen die Feuerwehrleute eine Magnettafel. Dort können Pläne vieler Rader Objekte angebracht werden, auf denen Zufahrten, Hydranten und eventuell vorhandene Gefahrstoffe dargestellt sind. Einsatzleitung und Zugführer können an dieser Tafel die weitere Brandbekämpfung planen.

Die Besatzung des Einsatzleitwagens besteht aus gut ausgebildeten Feuerwehrleuten, die mit ihrem Fachwissen in der Lage sind, einen umfassenden Überblick über die Lage vor Ort zu haben und die Einsatzleiter entsprechend zu unterstützen. Wenn der Einsatz länger dauert, kümmern sich die Helfer im Wagen auch darum, dass die anderen Einheiten mit Verpflegung versorgt werden.

Das Fahrzeug verfügt über einen Internetanschluss, den die Feuerwehrleute nutzen, um sich zum Beispiel Informationen über die Inhaltsstoffe von Gasen zu beschaffen, die an einer Brandstelle vorgefunden werden.

Vor zwei Jahren wurde der Einsatzleitwagen aus dem Baujahr 2001 technisch aufgerüstet und funktionell umgebaut, so dass er den Radevormwalder Feuerwehreinheiten noch lange unverzichtbare Dienste leisten kann.

Quelle: RP
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