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Radevormwald
Möbel der Flüchtlinge landen auf Sperrmüll

Radevormwald: Möbel der Flüchtlinge landen auf Sperrmüll
Hans Ottmann kümmert sich seit dem Jahreswechsel für die Martini-Gemeinde um den Möbeltransport für die Flüchtlinge. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Radevormwald. Die Martini-Gemeinde fordert bessere Koordination und wartet auf den zweiten Sozialarbeiter. Von Wolfgang Scholl

516,50 Euro erbrachte am vergangenen Freitag die Kollekte in der Martini-Kirche nach dem Konzert des bekannten Organisten Professor Joachim Dorfmüller. "Bei 35 Gästen war die Summe schon erstaunlich", sagt Pastor Johannes Dress von der gastgebenden Martini-Gemeinde.

Mit dem Geld und weiteren Spenden unterstützt die Martini-Gemeinde die in Radevormwald ankommenden und wohnenden Flüchtlingen auf verschiedenen Ebenen. Angesichts der steigenden Zahlen auch in Radevormwald (aktuell etwa 220 Flüchtlinge) fordert Dress nach Monaten der Erfahrung ehrenamtlicher Hilfe die weitere Unterstützung der Stadt ein. Besprochen habe man dies in der vergangenen Woche auf Einladung von Bürgermeister Dr. Josef Korsten. Die Notwendigkeit der Koordinierung sei auch schon beim Sommerfest im Wartburghaus deutlich zutage getreten.

"Vom Bürgermeister ist uns Hilfe zugesagt worden", sagt Dress, weil die Stadt mehr Personal einstellen will. Er verweist auf einen Fall, der im Umfeld der Helfer zu ziemlicher Unruhe geführt hat. Die Gemeinde, aber auch andere Helfer, unterstützen die Flüchtlinge unter anderen mit Möbeln. Einige dieser Möbelstücke hatten die Flüchtlinge in den Begegnungsraum der ehemaligen Schule Neustraße gestellt, damit aber die Brandschutzwege blockiert. "Einige Möbelstücke standen dann plötzlich an der Neustraße für den Sperrmüll. Mitarbeiter der Stadt oder von ihr beauftragte Mitarbeiter hatten die Wege freigeräumt und die Möbel nach draußen gestellt", berichtet Dress. Das wiederum führte zu Aufregung bei Helfern, weil die dachten, die Sachen wären den Flüchtlingen nicht gut genug.

"Die Sache hat sich inzwischen aufgeklärt. Besser wäre es aber gewesen, uns zu informieren. Das zeigt, dass die Kommunikation verbessert werden muss, weil es nicht weniger Flüchtlinge werden, sondern mehr und die ehrenamtliche Hilfe noch wichtiger sein wird", sagt Dress und betont, dass Sozialarbeiter Sebastian Michaelis nicht überall sein kann.

Die Martini-Gemeinde unterstützt drei Sprachgruppen, benötigt aber finanzielle Hilfe für den Unterricht und für Heizkosten in der anstehenden Winterperiode. Das gilt für den Unterrichtsraum, aber auch für den Raum, indem Kleider für die Flüchtlinge gelagert werden. Benötigt werden besonders Wintersachen, da viele der Flüchtlinge nur auf den Sommer eingestellt sind.

Den Transport von Kleinmöbeln (benötigt werden auch Regale) und die Sammlung von Kleidern übernehmen für die Gemeinde weiterhin Else und Hans Ottmann und Edith und Nico Bourguignon. Geholfen wird auch bei Haushaltsauflösungen.

Geholfen hat die Gemeinde einem Flüchtling auch mit einem kleinen Kredit, damit er eine Wohnung finden konnte, bis seine Hartz IV-Unterstützung fließen konnte. "Hilfe ist auf zahlreichen Ebenen nötig", sagt Dress. Seine Gemeinde trifft sich morgen, um einen Bedarfsplan aufzustellen, damit in der Bevölkerung für weitere Unterstützung geworben werden kann. "Wir werden uns dann an die Öffentlichkeit wenden", sagt Dress.

Quelle: RP
 
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