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Radevormwald
Morgens um sieben mit den Wupperanern im Gespräch

Radevormwald: Morgens um sieben mit den Wupperanern im Gespräch
Bürgermeister Johannes Mans in der Sprechstunde mit Rudolfo Krämer, der in Argentinien geboren ist und 1950 nach Rade kam. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Erste Sprechstunde von Bürgermeister Johannes Mans an der Wupper. Da ging's um Kita-Probleme, Wandern und Wohnen in Kräwinkel. Von Marion Gerdel

Um Probleme lösen zu können, muss man sie kennen. Mit dieser Intention hat Bürgermeister Johannes Mans zur ersten Bürgersprechstunde eingeladen. "Ich habe bewusst die Grundschule Wupper gewählt, weil ich in den Wupperorten einen hohen Bedarf sehe, den Menschen zu zeigen, dass sie zu Rade gehören", sagte Mans. "Es liegt mir daran, den Menschen hier zu signalisieren, dass wir ihre besondere Lage konzeptionell angehen wollen. Sie werden nicht vom Rest der Stadt abgehangen, sondern wir haben im Gegenteil eine enge Vernetzung vorgesehen."

Mit dem Beginn um sieben Uhr sollten auch Berufstätige die Möglichkeit bekommen, noch vor der Arbeit die ihnen auf den Herzen liegenden Dinge vorzubringen.

17 Anwohner nutzten die Gelegenheit, die unterschiedlichsten Themen anzusprechen. Rainer Weyer (FDP) wollte wissen, warum die Wanderwege nicht besser gepflegt werden. "Wenn man da spazieren geht, wird man, wenn es wieder regnet, nass bis zum Bauch", ärgerte er sich. Die Wanderwege waren auch Thema von Rudolfo Krämer, der sich wünscht, dass sie touristisch attraktiver gestaltet werden. "Herr Mans hat versprochen, sich der Thematik anzunehmen", sagte Weyer.

Alle Besucher fanden die frühe Uhrzeit gut: "Wer was loswerden will, der kommt auch um sieben Uhr." Allerdings hätten sie sich eine andere Organisation, etwa eine Podiumsdiskussion oder Einzelgespräche mit limitierter Sprechzeit gewünscht. Auch Hans-Peter Schimmelpfennig hat eine schnellere Abwicklung vermisst, er freute sich aber darüber, dass Johannes Mans die Sprechstunde nicht, wie ursprünglich vorgesehen, um halb neun beendete. Er nahm sich Zeit, bis jeder sein Anliegen vorgetragen hatte. So konnte der Bürgermeister ihm die Sorge nehmen, dass es durch die Neueinrichtung einer neuen Kindergartengruppe ein Ungleichgewicht in der Zuweisung zu kirchlichen Kindergärten geben könnte. "Wir bauen nicht über Bedarf hinaus", sagte Mans.

Auch Carmen Sieckendieck (CDU) war es ein wichtiges Bedürfnis, sich direkt an den Bürgermeister zu wenden. Sie berichtete von einem Erlebnis in einem Bus von Rade nach Wuppertal, bei dem eine Asylantenfamilie beschimpft worden war. Obwohl sie den Vorfall bereits dem Verein "Runder Tisch gegen rechts" und der Polizei gemeldet hat, hat sie nun die Sicherheit, dass jetzt auch das Stadtoberhaupt informiert ist. Andere Themen waren die Großbaustelle in der Stadt und die damit zum Teil nicht unerheblichen Umsatzeinbußen, baurechtliche Fragen in Kräwinkel oder die Begrenzung von Parkplätzen durch Poller.

Insgesamt war Johannes Mans mit der ersten Bürgersprechstunde sehr zufrieden. "Aus dieser Erfahrung lässt sich sicher auch eine Verbesserung der Organisation für das nächste Mal herleiten", verspricht er. "Ich könnte mir zum Beispiel eine Kombination aus einer zeitlich begrenzten Podiumsdiskussion mit anschließenden Einzelgesprächen vorstellen." Da die Schul- und Kindergartensituation in Rade aktuell für ihn das wichtigste Thema ist, soll der nächste Gesprächsstandort entsprechend wieder in einer Schule sein. Möglich wäre aber auch ein offener Stand auf dem Marktplatz, der für alle zugänglich ist. Bis dahin kann aber jeder Bürger sein Anliegen nach wie vor zu den offiziellen Sprechzeiten im Rathaus vorbringen - auch wenn der Bürgermeister nicht immer greifbar sein kann.

Quelle: RP
 
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