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Radevormwald
Musik an der Krippe begeistert Besucher

Radevormwald. Das traditionelle Konzert zu Beginn des neuen Jahres gilt bereits als Inbegriff von Musikgenuss auf hohem Niveau. Auch am Sonntagnachmittag wurden die Besucher in der voll besetzten katholischen Kirche von St. Marien nicht enttäuscht. Von Sigrid Hedderich

Ein Konzert mit Werken der gehobenen Musikliteratur, dazu Chöre, eine Band, ein Quartett sowie Solisten nebst riesigem Weihnachtsbaum und Krippe gaben ein imposantes Bild in der katholischen Kirche St. Marien ab. Die Inszenierung war vergleichbar mit einem edlen Gemälde. Jeder Platz in den Kirchenbänken war besetzt, Zuhörer standen auch im Eingangsbereich der Kirche, um am feierlichen Geschehen dabei zu sein.

Die "Weihnachtsmusik an der Krippe" gilt bereits als Inbegriff von Musikgenuss auf hohem Niveau. Das traditionelle Konzert findet immer erst im Januar statt und setzt somit eine musikalische Krone auf das weihnachtliche Fest. Die Besucher wurden nicht enttäuscht, Kantor Bernhard Nick zeigte sich wieder einmal als erfahrener Regisseur, der es zu verstehen weiß, Musikkunst bewegend umzusetzen. Dabei hatte Nick sich eine ganze Schar guter Darsteller ausgewählt. So konnte die Weihnachtsmusik einfach nur großartig gelingen.

"Es war wunderschön", sagte Besucher Richard Hückesfeld. Ihm gefiel besonders gut der Beitrag des Kinderchors der Katholischen Grundschule Lindenbaum. "Die Stimmen der Kinder waren sehr gut und harmonisch", sagte er. Als einen besonderen Glanzpunkt, wenn auch etwas ungewöhnlich, empfand er die Musik der Dudelsäcke in der Kirche. "Die Akustik war prima. Es war einfach mal etwas anderes, Dudelsackmusik zu hören. Auch die bekannten Weihnachtslieder erklangen mit den speziellen Instrumenten einfach nur schön", sagte Hückesfeld. Gerne hätte er zu den Liedern mitgesummt, wie es von der "Wupper District Pipe Band" aus Solingen gewünscht wurde, doch plagte ihn eine Erkältung. Auch Eva Lessingholt zeigte sich angetan von den Dudelsack-Klängen. "Mir kam eine richtige Gänsehaut bei "Süßer die Glocken nie klingen", sagte sie. Auch der Gesang der Mezzo-Sopranistin Johanna Michalik hat ihr gefallen. "Einfach wunderbar, so eine schöne Stimme zu besitzen. Mit dieser klingen besondere Werke noch einmal so schön", sagte sie. Die junge Frau sang aus dem Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun "Abgrund krache, Tod erzittre". Sie schaffte es, das Kirchenschiff mit der herrlichen Klangfarbe ihrer geschulten Stimme auszufüllen und die Konzertbesucher in ihren Bann zu ziehen. Frank Scholzen begleitete sie am Klavier. Auch für Johanna Michalik war es kein Problem, es mit dem Männerchor Caecilia St. Marien "aufzunehmen". Als kraftvolles Ganzes erklang unter Leitung von Bernhard Nick "Panis angelicus" von Cäsar Franck und später das "Halleluja" von Georg Friedrich Händel.

Den Start hatten Andreas Niederwipper auf seiner Trompete, begleitet von Orgelklängen von Bernhard Nick gemacht. Das Werk "Cantilene in As dur" von Jacob de Haan hatte er sich neben weiteren Stücken dazu ausgesucht. Das Streichquartett machte später seinem Namen alle Ehre: Die Fuge "Molto Allegro" aus dem Streichquartett KV387 von Wolfgang Amadeus Mozart brachte eine angenehm fröhliche Atmosphäre in die Kirche, die im weihnachtlichen Glanz getaucht war. Es war eben die gute Mischung aus Musik der edlen Klassik, der unbeschwerten Kindergesänge, dem Klangerlebnis der Dudelsack-Band, kräftiger Männerstimmen und traditioneller Weihnachtsmusik, die als Farben für das musikalische Gemälde herhalten durften.

Die Konzertbesucher konnten sich der Musik hingeben, genüsslich lauschen und sich dabei die Krippenszene anschauen. Welchen angemesseneren Schlusspunkt hätte man sich für dieses wunderbare Musikerlebnis wünschen können? Die Frage beantworte die große Chorgemeinschaft laut und kräftig mit dem Lied "Oh du fröhliche, oh du selige Weihnachtszeit".

Quelle: RP
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