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Radevormwald
Musikalische Gedenkstunde zum Volkstrauertag

Radevormwald. Der Volkstrauertag wird in diesem Jahr besonders festlich gestaltet. Zum 700-jährigen Bestehen der Stadt organisiert der Gemischte Kirchenchor St. Marien für Sonntag, 13. November, eine musikalische Gedenkstunde im Bürgerhaus. Chorleiter Bernhard Nick, der Vorsitzende Martin Dargel, sowie Pia Wöhler und Michael Langenau als Vertreter der Wirtschaftsförderung stellten gestern das Programm vor. "Schon vor eineinhalb Jahren haben wir die ersten Gespräche mit der Stadt geführt, da wir uns als Chor mit einer Großveranstaltung ins Jubiläumsjahr einbringen wollten", sagte Dargel. Von Marion Gerdel

Die Musiker des Kirchenchores St. Marien und des Rheinisch-Bergischen Streichquartetts werden die Besucher mit speziell für diesen Nachmittag arrangierten und seit einem Jahr geprobten Stücken überraschen und begeistern. "Wir wollen ganz bewusst keinen Gottesdienst halten, sondern mit einer musikalischen Gedenkstunde der Gefallenen, Toten und Vermissten der letzten Kriege gedenken", sagte Dargel. Dabei solle nicht nur an die beiden Weltkriege erinnert, sondern "700 Jahre Radevormwald" auf musikalische Weise vor dem Hintergrund von Kriegswirren dargestellt werden.

Um diese Gedanken umsetzen zu können, haben die Mitglieder des Chores umfangreich recherchiert. Im Konzert werden die Fakten mit Angabe der Quellen aufgezeigt. "Wir wollen das Elend aufzeigen, das sich für die Bevölkerung aus jedem Krieg ergeben hat", sagte Nick. "Dazu haben wir die passende Musik gefunden, auch mit Stücken aus dem Musical 'Les Miserables'". Sprecher und Musik im Wechsel sollen den Zuhörer einen informativen und dramaturgischen Musiknachmittag erleben lassen. "Die Musik wird sich in den Herzen und den Seelen einprägen", sagte Dargel. Neben klassischen Musikstücken wie dem "Requiem" von Gabriel Fauré werden auch moderne Stücke, wie die Filmmusik aus "Schindlers Liste" intoniert. Experimentelle Musik - eine Klangcollage zu einem Kriegsgedicht - sowie ein bildliches Gestaltungselement sind Teile einer modernen Veranstaltung, die zeigen soll, dass der Mensch bisher nichts aus den Folgen von gewaltsamen Auseinandersetzungen gelernt hat.

Die Veranstalter stellen die Frage: "Wann lernt der Mensch aus dem Krieg?" Die Hoffnung bleibe, dass die Kultur des Gedenkens und der Trauer nach dem Zweiten Weltkrieg eine erste Antwort auf diese Frage ist. Die Kranzniederlegung wird mit der dritten Strophe der Nationalhymne, gesungen von Chor und allen Besuchern, musikalisch untermalt. Einlass ins Bürgerhaus am Schlossmacherplatz: 15.30 Uhr, Beginn: 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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