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Radevormwald
Musikschulleiter feiern ihr 25-Jähriges

Radevormwald. Bert Fastenrath und Michael Borner haben vor 25 Jahren als Musikschullehrer und leidenschaftliche Musiker gemeinsam die Leitung der Radevormwalder Musikschule übernommen. Seit dieser Zeit teilen sie sich die Aufgabe. Von Cristina Segovia-Buendía

Ein besonderes Jubiläum feiern Michael Borner und Bert Fastenrath: Seit 25 Jahren leiten sie als Doppelgespann die Radevormwalder Musikschule. Und das erfolgreich: Als leidenschaftliche Musiker haben sie es nicht nur geschafft, mehr Schüler für ein Instrument zu begeistern, sie haben auch eine neue Struktur und Qualität etabliert, Projekte angestoßen und Kooperationen geschlossen. All das mit einem erklärten Ziel: Die Bevölkerung für die Musik zu gewinnen.

Kennengelernt hatten sich der Hückeswagener Borner und der Rader Fastenrath beim Gitarrenstudium an der Musikhochschule Köln, Standort Wuppertal. Gemeinsam gründeten sie eine Band und eröffneten in den 1980ern in Rade eine Gitarrenschule. Fastenrath war schon seit 1976 an der Jugendmusikschule als Dozent tätig. Als sie für den Posten des Leiters ins Gespräch kamen, war ihnen klar: Nur zusammen, denn beide wollten nie nur Leiter oder nur Lehrer sein. "Wir haben nicht ein Instrument studiert, um später keine Zeit mehr zu haben, es zu spielen", sagt Fastenrath. Das, so glaubt er, ist auch ihr Erfolgsgeheimnis. Sie sind nämlich immer leidenschaftliche und kreative Vollblutmusiker geblieben.

25 Jahre ist es nun her, dass Michael Borner (57) und Bert Fastenrath (59) die Leitung der Musikschule übernahmen. In einer Zeit, in der nicht nur Deutschland mit der Wiedervereinigung im Umbruch war, sondern auch die Rader Musikschule. Gegründet 1974 als Jugendmusikschule und wiedereröffnet 1984 als Radevormwalder Musikschule, übernahmen Borner und Fastenrath 1990 eine Schule, die eine neue Richtung brauchte: "Mit viel Herzblut hatten Teile des jetzigen Vereinsvorstands die damalige Musikschule wieder ins Leben gerufen", berichtet Fastenrath. Rund 350 Schüler zählte die Einrichtung. "Als wir die Leitung der Schule übernahmen, war die räumliche Situation sehr provisorisch", erinnert sich Borner. "Es herrschte zudem eine große Fluktuation bei den Lehrkräften, die damals wie heute freiberuflich tätig sind."

Beide mussten der Schule eine neue Stabilität geben, um neue Projekte anstoßen zu können. Es wurden geeignete Räume gesucht, Kooperationen mit Schulen angestoßen. Es war eine Zeit, in der sich auch das Bild der Musikschulen in den Großstätten veränderte - von der elitären Einrichtung für die finanziell bessergestellte Bevölkerungsschicht hin zur Bildungsstätte für alle. "Diesen Trend der Musikalisierung aller Bevölkerungsschichten wurde in Rade von uns mitgetragen", erzählt Borner stolz. Lange, bevor es überhaupt eine musikalische Früherziehung gab oder das bundesweite Projekt "Jedem Kind ein Instrument" ins Leben gerufen wurde, hatten Borner und Fastenrath als Vorreiter bereits feste Kooperationen mit allen Grundschulen etabliert. Neue Lehrinhalte wie Popmusik oder Bandprojekte lockten neue Schüler. Die Zahl der Besucher stieg stetig, bis sie 2010 kurzzeitig an der 1000er-Marke kratzte.

Seitdem erfährt die Schule wieder einen leichten Rückgang, zum einen dem demografischen Wandel geschuldet, zum anderen aber auch der verkürzten Schulzeit und den dadurch steigenden Anforderungen. Aktuell gehören knapp 700 Schüler und 33 freiberufliche Lehrkräfte der Musikschule an. In Zukunft möchten Borner und Fastenrath ihr Angebot stärker auf Erwachsene und Ältere ausrichten. Dafür müssten auch die Lehrinhalte und Konzepte angepasst werden.

Quelle: RP
 
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