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Radevormwald
Muslimische Gemeinde will integrieren

Radevormwald: Muslimische Gemeinde will integrieren
Die Mitglieder der Radevormwalder Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat erinnerten bei ihrem Neujahrsempfang daran, dass Probleme nur gemeinsam gelöst werden können. Sie wollen sich weiter in der Stadt engagieren. FOTO: Hertgen
Radevormwald. Beim Neujahrsempfang der Ahmadiyya Muslim Jamaat treten die Gemeindemitglieder für ein friedliches Miteinander in Rade ein. Sie wollen bei der Integration von Flüchtlingen weiter mithelfen. Probleme sollen gemeinsam gelöst werden. Von Flora Treiber

Obwohl 2016 schon zwei Monate alt ist, hatte die Ahmadiyya Muslim Jamaat für Freitagabend zum Neujahrsempfang eingeladen. Dieser Programmpunkt zum Jahresanfang wurde ab 2016 deutschlandweit in die muslimische Gemeinde eingeführt und gab auch der Radevormwalder Gemeinde die Möglichkeit, mit Vertretern der Stadt ins Gespräch zu kommen, zu den Ereignissen aus 2015 Stellung zu beziehen und zuversichtlich auf das laufende Jahr zu blicken.

Mit dem Leitspruch "Liebe für alle, Hass für keinen" stellt sich die Ahmadiyya Muslim Jamaat gegen das belastete Bild ihrer Religion, das im vergangenen Jahr durch Terroranschläge noch mehr Vorurteile produziert hat. Imam Syed Salman Shah stellte in seiner Ansprache die übergeordneten Werte aus dem heiligen Koran vor und sprach damit nicht nur für die Mitglieder seiner Gemeinde, sondern für alle Anwesenden. "Wir stehen im Zeichen des Friedens und der Menschlichkeit. Unser Ziel ist es, Probleme gemeinsam und gesamtgesellschaftlich zu lösen."

Der Rückblick auf 2015 erfolgte durch einen Kurzfilm, der an die Ereignisse erinnerte. "Diejenigen, die sich selbst Muslime nennen, aber versuchen, den Islam mit Gewalt zu verbreiten, sind sich seiner ihm innewohnenden Schönheit gar nicht bewusst", lautet ein Zitat von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, dem Gründer der Gemeinde. Vorsitzender Malik Nasir Mahmood ist dankbar, dass das Stimmungsbild in Radevormwald positiv ist. "Ich habe noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Wir arbeiten mit christlichen Gemeinden und politischen Organisationen zusammen. Das Zusammenleben funktioniert in Rade gut", sagte er. Vor diesem Hintergrund beunruhigt ihn auch die Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft nicht. "Wir schaffen das gemeinsam und mit der Hilfe Gottes", sagte er. Die muslimische Gemeinde aus Radevormwald hat Flüchtlinge bereits im vorigen Jahr in ihren Charity-Walk eingebunden, hilft bei Behördengängen und Übersetzungen. "Wir veranstalten auch gemeinsame Mittagessen, um uns besser kennenzulernen."

Bürgermeister Johannes Mans war der Einladung zum Neujahrsempfang auch gefolgt. "Friedfertiges Zusammenleben ist unser gemeinsames Ziel. Rade lebt von der kulturellen Vielfalt, und ich bin froh, dass Toleranz und Integration heute im Mittelpunkt stehen", sagte er.

Imtiaz Ahmad ist der Wohltätigkeitsbeauftragte der Rader Gemeinde und will sich in den nächsten Monaten intensiver mit der Integration der Flüchtlinge auseinandersetzen. Rolf Ebbinghaus, Fraktionsvorsitzender der Alternativen Liste, forderte in seinem Grußwort dazu auf, in Zukunft nicht die Religion, sondern "die Menschen in den Vordergrund des Handelns zu stellen und das als religiöse Aufgabe zu verstehen". Als Vorsitzender des Runden Tisches gegen Rechts will Armin Barg gemeinsam mit der muslimischen Gemeinde für Toleranz kämpfen.

Für dieses Jahr hat die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Radevormwald wieder einen Charity-Walk und weitere Baumpflanzaktionen geplant. "Weihnachten werden wir Menschen im Krankenhaus besuchen, Blumen verteilen und Hoffnung spenden", gab der Vorsitzende einen ersten Ausblick.

Quelle: RP
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