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Radevormwald
Nach Awo-Betriebsversammlung neue Gespräche

Radevormwald. Bei der gut besuchten Betriebsversammlung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Rhein-Oberberg in Engelskirchen ging es in den vergangenen Tagen zeitweise hoch her. "Bei manchen sind die Emotionen hochgekocht", berichtete eine Teilnehmerin unserer Redaktion. Die Betriebsversammlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Thema war die Zukunft der Awo-Kindergärten, auch in Rade. Von Torsten Sülzer

Im Nachgang der Versammlung hat die Gewerkschaft Verdi die Awo-Geschäftsführerin Martina Gilles zu Sondierungsgesprächen eingeladen, sagte Gewerkschaftssekretär Arno Appelhoff, der auch an der Versammlung teilgenommen hatte. Martina Gilles hat die Einladung auch schon angenommen, sagte sie. Appelhoff: "Bislang hatten wir nur mit dem Rechtsanwalt der Geschäftsführung zu tun, aber wir wünschen den direkten Kontakt." Seitens der Gewerkschaft Verdi gehe man ergebnisoffen in dieses Gespräch.

Fest steht, dass sich Verdi keinesfalls auf den bisherigen Vorschlag einlassen wird, gemäß dem die Mitarbeiter unterschreiben sollen, auf sämtliche ihnen zustehende Tariferhöhungen zu verzichten. Die Awo will demnach künftig selbst entscheiden, ob sie solche Erhöhungen zahlt oder nicht. Appelhoff: "Wir können uns vorstellen, dass sich die Mitarbeiter über einen begrenzten Zeitraum auf einen Verzicht einlassen und zeitweise Einbußen in Kauf nehmen", sagt er.

Martina Gilles kann sich vorstellen, sich darauf einzulassen. "Eine Mitarbeiterin, die länger als 25 Jahre bei der Awo beschäftigt ist, ist bei der Versammlung aufgestanden und hat vorgeschlagen, dass alle für drei Jahre auf jede Erhöhung verzichten", berichtet Gilles, "das fand ich sehr solidarisch. Wir lassen das jetzt prüfen und durchrechnen." Sie habe dem Kreis bereits signalisiert, dass dadurch vielleicht doch noch einmal Bewegung in die Situation kommt. Ehe Verdi sich auf irgend etwas einlässt, betont Gewerkschaftssekretär Appelhoff, will man aber "belastbare Zahlen" sehen.

Betriebsratsvorsitzende Petra Blenkers beschrieb die Versammlung als "so kontrovers und emotional wie erwartet". Sie habe eine Solidarität der Mitarbeiter zur Arbeiterwohlfahrt gespürt, aber nicht zum jetzigen Kurs der Awo-Geschäftsführung. Es habe auch Unmut gegenüber dem Betriebsrat gegeben. "Man hat uns Untätigkeit vorgeworfen. Aber uns sind rechtlich die Hände gebunden. Wir werden aber keinen Mitarbeiter alleine lassen", sagte Blenkers. Der Betriebsrat forderte die Geschäftsleitung zwischenzeitlich ebenfalls auf, in die Gespräche mit Verdi einzusteigen.

Quelle: RP
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