| 00.00 Uhr

Radevormwald
Nach so vielen Jahren doch fast alle wieder erkannt

Radevormwald. Schnell noch einen prüfenden Blick in den Autospiegel. Tief durchatmen. Christa Leibersberger (geb. Koslowski) ist die Anspannung anzusehen. "Ich frage mich, ob ich jemanden wiedererkenne und ob sie alle wissen, wer ich bin", sagte sie. Sie hatte großes Herzklopfen, als sie die Eingangstüre zum Gasthof "Zur Leye" öffnete. Sie war extra aus Neuwied angereist und wurde gleich am Eingang von einer "Mädchengruppe" in Empfang genommen. Herzliche Umarmungen und gegenseitiges Betrachten folgten. Gemeinsam überlegten die Frauen, wann das letzte Klassentreffen stattgefunden hatte. Schnell einigte man sich auf 1985 - und davor auf 1975. Von Sigrid Hedderich

Am Samstag feierten die Ex-Pennäler 50 Jahre Entlassung aus der Realschule. Streng getrennt nach Geschlechtern, fand einst anfangs im Gebäude an der Blumenstraße der Unterricht statt, später im neuen Schulgebäude an der Hermannstraße. "Die Klasse A bestand aus Jungen und wurde zum Abschluss von Paul Flunkert unterrichtet. Die Mädchen bildeten die Klasse B und erhielten den Schulunterricht von Friedhelm Brack", erzählte Dieter Seiferth. Er half bei der Organisation des Klassentreffens mit, das im Wesentlichen in den Händen von Bernd Bonschier lag. "Die Vorbereitung zum Klassentreffen gestaltete sich sehr schwierig nach so vielen Jahren", sagten beide. Besonders die Familiennamen der Mädchen sorgten für Rätsel. Mehrere Wochenhabe es gedauert, bis eine Einladungsliste stand. "Wir waren damals 37 Jungen und Mädchen. Einige sind leider inzwischen gestorben, andere konnten wir nicht ausfindig machen. Somit erhielten wir 20 Zusagen", sagte Seiferth.

An seine Schulzeit denkt er mit einem Schmunzeln zurück. "Es herrschte ein sehr strenger Ton, fast schon militärische Disziplin wurde praktiziert", sagte er. Wer dem Lehrer eine Antwort gab, musste aufstehen. Die Hände lagen fein säuberlich und ruhig auf den Tischen. Spielen mit Stiften war streng untersagt. "Der gesamte Lerndruck war enorm. Schnell verabschiedeten sich einige Schüler in den ersten Schuljahren. Nach vier Jahren waren nur noch 50 Prozent in den Klassen", sagte Seiferth. Die strenge Schulerziehung habe aber aus allen etwas gemacht. "Wir konnten fast alle beruflich Karriere machen", sagte er. Doch auch heitere Begebenheiten habe es gegeben. "Natürlich haben wir unseren Spaß gehabt, die Mädchen zu ärgern", sagte Holger Krant und lachte darüber, wie die Klassen ihren Schulabschluss gefeiert haben. "Alle Mädchen und Jungen banden sich Babylätzchen mit den Aufschriften 'Mamas oder Papas Liebling' um. Hinter uns zogen wir kleine Holztiere auf Rädern und marschierten im Entengang über die Kaiserstraße. Das war ein Spaß", schwärmte er. Und in der fröhlichen Runde kamen weitere Anekdötchen auf den Tisch.

Und Christa Leibersberger freute sich, dass sie so viele Gesichter wiedererkannte und auch sie für die anderen nach so vielen Jahren keine Unbekannte war.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Radevormwald: Nach so vielen Jahren doch fast alle wieder erkannt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.