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Radevormwald
Nach Triathlon-Aus: Politiker enttäuscht, frustriert und empört

Radevormwald. Einige Kommunalpolitiker machen sich Sorgen um die Außendarstellung von Rade. Alle zeigen Verständnis für die Entscheidung. Von Joachim Rüttgen

Enttäuschung, Frust, Empörung, aber auch Verständnis - das sind die Gefühle, die Lokalpolitiker nach der Absage des Nacht-Triathlons empfinden. Organisator Sven Schreiber hatte sich zu der Entscheidung durchgerungen, nachdem die Fischereigenossenschaft mit einem Anwaltsschreiben andeutete, die Veranstaltung wegen naturrechtlicher Bedenken möglicherweise durch eine einstweilige Verfügung stoppen zu lassen. Dietmar Busch (CDU) "Ich finde, das ist eine Unverschämtheit, dass der Triathlon abgesagt werden musste", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Er könne die Entscheidung von Schreiber verstehen, schließlich habe er die "Kosten am Bein", wenn die Veranstaltung kurzfristig gestoppt würde. Aber solch eine Absage sorge nicht für ein gutes Image für die Stadt. Die Außendarstellung sei schlecht. "Dabei liegen alle Genehmigungen vor, es wurden viele Gespräche geführt", sagt Busch. Jetzt habe doch jeder Veranstalter die Skepsis im Hinterkopf, es könnte auch scheitern. "Diese Absage kann enorme Nachwirkungen für Rade haben", befürchtet Busch.

Er halte es für äußerst schlecht, dass in Rade immer alles angezweifelt werde, ständig seien Leute auf der Suche nach Dingen, damit irgendwas nicht klappt. "Ich halte die Absage für ein verheerendes Zeichen." Dietmar Stark (SPD) "Ich bin nicht nur traurig, sondern enttäuscht", sagt der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. Unter dem Aspekt des juristischen Restrisikos sei die Entscheidung von Schreiber nachvollziehbar.

Für die Stadt sieht er aber einen großen Schaden, der nicht nur das Image beschädige, sondern es auch künftig schwierig machen wird, außergewöhnliche Events nach Rade zu holen. "Das schadet dem Tourismus und der Unterhaltungskultur", sagt Stark. Wenn alle Behörden ihre Zustimmung geben, müsse es doch auch mal reichen mit der Bedenkenträgerschaft. Von keiner Seite habe es besondere Auflagen gegeben, "da kann man es auch übertreiben, das finde ich alles schon sehr bedauerlich", sagt Stark.

Er hoffe nur, dass sich Schreiber jetzt nicht komplett zurückzieht. Rolf Ebbinghaus (AL) "Die Entscheidung ist bedauerlich, ich kann die Bedenken aber auch verstehen", sagt der Fraktionsvorsitzende der AL. Leider sei es im Vorfeld nicht zu einer Einigung gekommen, da hätte man vielleicht doch noch eine sinnvollere Lösung finden können. "Ich denke, da sind zu wenig Gespräche geführt und ist zu wenig über Alternativen nachgedacht worden", sagt er.

Jetzt habe sich Schreiber wohl für die schlechteste Alternative entscheiden müssen. Annette Pizzato (FDP) "Ich bin sehr traurig über die Absage des Nacht-Triathlons und finde es schade", sagt die Vorsitzende der Liberalen. Sie frage sich, warum es keinen Konsens geben konnte. Das liege wohl an mangelnder Kommunikation. "Schreiber nimmt alle bürokratischen Hürden auf sich, und jetzt hauen wir dieses Event kaputt, das ist nicht gut für Rade und schon gar nicht zur 700-Jahr-Feier", sagt sie.

Wenn die Konfrontation eskaliere, sei keine Basis vorhanden. Elisabeth Pech-Büttner (Bündnis 90/Die Grüne) "Die Entscheidung ist bedauerlich für die Stadt, aber im Laufe der Diskussion hat sich für uns herauskristallisiert, dass die Genehmigungen nicht 100-prozentig einwandfrei waren", sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Wenn das also rechtlich angreifbar sei, sei sich wohl auch ein Sven Schreiber nicht sicher gewesen.

"Für die Stadt tut es mir leid, aber es muss rechtlich schon stimmen, und das dann auch zu 100 Prozent", sagt sie.

Quelle: RP
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