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Radevormwald/Hückeswagen
Nächster Sparkassenvorstand geht vorzeitig

Radevormwald/Hückeswagen. Im "besten gegenseitigen Einvernehmen" haben sich der Sparkassen-Verwaltungsrat und Vorstandsvorsitzender Michael Kühl getrennt. Von Wolfgang Scholl

Auch das zweite Vorstandsmitglied der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen verlässt das Haus. In einer kurzen Pressemitteilung von Rades Bürgermeister Johannes Mans als Verwaltungsratsvorsitzenden heißt es, dass sich die Beteiligten "im besten gegenseitigen Einvernehmen" getrennt haben. Zum 15. November wird Michael Kühl ausscheiden und damit die Sparkasse verlassen.

Der Vertrag von Michael Kühl, der 2009 bei der Sparkasse eingestiegen war, lief nach einer Vertragsverlängerung 2014 noch bis 2019. Zu Beginn des Monats Juli hatte der zweite Vorstand Thomas Palus mitgeteilt, dass er zum 31. Dezember 2017 vorzeitig aus seinem Vertrag bei der Sparkasse (dort beschäftigt seit dem 1. Januar 2016) aussteigt und zur Volksbank Ludwigsburg wechseln wird. Wenige Tage zuvor, Ende Juni, hatte der Verwaltungsratsvorsitzende Christian Viebach seine Ämter in den Aufsichtsgremien des Bankinstituts niedergelegt.

Nachdem es in den Monaten März und April zahlreiche Gerüchte und anonyme Briefe an die Presse gegeben hatte und über die Zukunft spekuliert worden war, hatten Vorstand und Verwaltungsrat für Mitte Mai zu einem Treffen eingeladen, bei dem der Vorstand über gute Zahlen für 2016 berichtete und mit der Information aufwartete, dass sie große Arbeitgeber aus Rade und Hückeswagen als Kunden wiedergewonnen hatte. Besonders Thomas Palus, der bis zum Jahresende noch für den Bereich Vertrieb verantwortlich ist, berichtete aus seinem Bereich von zahlreichen positiven Ansätzen.

Ende März hatte die Sparkasse für Aufsehen gesorgt, in dem sie ankündigte, zwei Filialen in Radevormwald (Dahlerau und Bergerhof) und eine in Hückeswagen (Wiehagen) zu schließen. Zudem war eine große Umstrukturierung im Kundengeschäft mit Eintritt der Filialschließungen zum 1. Oktober angekündigt worden.

Angesprochen auf die Pressemitteilung erklärte Johannes Mans, dass es zur Trennung keine weiteren Informationen gebe. Stillschweigen sei besonders auch über die Modalitäten der einvernehmlichen Trennung vereinbart worden. Das sei in solchen Fällen üblich und mit den Rechtsanwälten abgestimmt. Dem schloss sich Hückeswagens Bürgermeister Dietmar Persian an.

Zur Zukunft der Sparkasse berichtete Mans, dass Ziel aller Aktivitäten sei, die Eigenständigkeit der im Vergleich zu anderen Häusern kleinen Sparkasse zu erhalten. "Das Ziel aller Beteiligten aus beiden Städten ist ganz klar, selbstständig zu bleiben", sagte Mans. Auch von Vorstandssprecher Michael Kühl war gestern keine Stellungnahme zum Vorgang zu erhalten.

In der Pressemitteilung heißt es auch, "Herr Kühl wird den Vorsitz im Vorstand zum 1. November 2017 übergeben und aus dem aktiven Dienst der Sparkasse zum 15. November 2017 ausscheiden". Diese Aussage bedeutet, dass es bereits eine Nachfolgereglung geben muss, der Vorsitz wird übergeben. Daraufhin angesprochen erklärte Johannes Mans, dass es am kommenden Montag, 30. Oktober, eine nichtöffentliche Sitzung der Zweckverbandsversammlung geben wird. Eine weitere Stellungnahme wollte der Bürgermeister auch dazu nicht abgeben. Thema der Sitzung ist die Genehmigung von zwei Vorstandsmitgliedern zum 1. November 2017 und 1. Januar 2018.

Mans hatte im Sommer erklärt, dass sich die Sparkasse jetzt auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Palus machen werde und diesen möglichst frühzeitig präsentieren wolle. Dessen Präsentation erscheint logisch. Aber auch für Michael Kühl scheint es demnach bereits einen Nachfolger zu geben, sonst wäre die kurze Taktung nicht möglich.

Quelle: RP
 
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