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Radevormwald
Neu: Wellness im Seniorenwohnzentrum

Radevormwald: Neu: Wellness im Seniorenwohnzentrum
Mit einem wohligen Seufzer und einem entspannenden Lächeln reagiert die 96-jährige Irmgard Funke aus dem Seniorenwohnzentrum auf die zarte Handmassage von Martina Schüler. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Die Einrichtung an der Ülfestraße wird weiter modernisiert. Mittlerweile sind alle fünf Wohnbereiche themenbezogen gestaltet. Die Auslastung liegt bei 98 Prozent. Neu ist ein Wohnzimmer, der Eingangsbereich wird ab Herbst saniert. Von Joachim Rüttgen

So gute Zeiten hat das Seniorenwohnzentrum (SWZ) an der Ülfestraße lange nicht erlebt. Pflegedienstleitung Rita Zimmer blickt auf erfolgreiche Monate zurück. "Unsere Auslastung liegt bei 98 Prozent. Ein leeres Bett gibt es höchstens mal für eine Woche", sagt sie. Mittlerweile sind alle Wohnbereiche (Blumental, Rosenweg, Wiesengrund, Dahlienpark, Sonnenallee) mit einem eigenen Farbkonzept und themenbezogen gestaltet worden: Viele Fotos zum Thema "Rade früher und heute" zieren die Wände. Für ihre Idee fand Rita Zimmer Unterstützung im Heimatmuseum und bei Foto Krauskopf. "Wir haben die Motive digitalisieren und vergrößern lassen", sagt sie.

Wer das SWZ betritt, wird an die Zeit in Rade ab 1900 erinnert. "Für Bewohner und Besucher geben die Bilder interessante Einblicke und sorgen für Gesprächsstoff", sagt die Pflegedienstleitung. Gerade für demente Bewohner seien die Bilder Erinnerungsstützen, über die tiefergehende Gespräche entstehen. Im "Wiesengrund" stehen die "Frauen im Wandel der Zeit" im Mittelpunkt, im "Rosenweg" die Schönheit des Alters. Hier finden sich Gesichter aus verschiedenen Kulturen.

Neu im SWZ ist ein Wellnessangebot mit Massagen, Duftölen und entspannender Musik. "Tu immer, was Dich glücklich macht" steht auf dem Plakat vor dem Wellness-Raum. "Gerade für Frauen ist das Angebot besonders, denn auch mit 80 wollen sich viele die Fingernägel lackieren lassen", sagt Rita Zimmer. Ob Rosenbad für die Hände, Klangschalenmassage im Relax-Sessel, die Zubereitung von Smoothies (aus frischem Obst) oder Tee mit Minze und Limette - Ergotherapeutin Elena Butsch und Pflegekraft Martina Schüler erleben einen Ansturm auf das Angebot. "Die Bewohner sind es nicht gewohnt, sich so verwöhnen zu lassen", sagt Elena Butsch. Das Wellness-Angebot sei ein Ausbruch aus dem Alltag. Eine Bewohnerin meinte nach der ersten Behandlung, dass sie in ihrem ganzen Leben noch nie so verwöhnt worden sei. "Auch Bewohner, die ihr Zimmer normal kaum verlassen, waren schon hier", sagt Elena Butsch.

Als Rückzugsraum für Angehörige gibt es ein neues Wohnzimmer im Erdgeschoss, "gemütlich eingerichtet mit alten Gemälden, die zu schade waren, um sie wegzuwerfen", sagt Rita Zimmer. Um die Eingangshalle umzugestalten, fehlt noch die endgültige Finanzierungszusicherung des Eigentümers. Der Renovierungsplan liegt fertig auf dem Tisch. "Wir hoffen, dass wir im Herbst starten können", sagt Rita Zimmer. Dann sollen die Infotheke neu gestaltet, die Decken tiefer gehängt und gemütliche Sitzecken geschaffen werden. Auch am Garten muss noch kräftig gearbeitet werden: Die erste Hälfte ist gepflastert, ab September soll es weitergehen. Vor allem eine neue Bepflanzung steht im Mittelpunkt: Es soll Hochbeete für Bewohner im Rollstuhl geben, für die sie Patenschaften übernehmen können und sich um die Pflege kümmern.

Ein großer Erfolg ist das Café Sonnenschein, das seit einem Jahr immer dienstags ab 15 Uhr stattfindet. Es wird von Ehrenamtlichen mit frischen Waffeln und selbst gebackenem Kuchen organisiert, tatkräftig unterstützt vom Sozialen Dienst des SWZ. Es richtet sich an Bewohner, Angehörige, Bekannte und Nachbarn - "also ganz bewusst auch an Interessierte von draußen, denn wir wollen für unsere Bewohner mehr Öffentlichkeit schaffen und so für mehr Lebendigkeit sorgen", sagt Rita Zimmer. Mittlerweile kommen bis zu 80 Besucher. Die müssen zwar einen geringen Betrag zahlen, der Erlös kommt aber den Bewohnern zugute, indem Ausflüge oder ein Grillfest organisiert werden.

"Wie gut das Klima bei uns ist, zeigt auch die Tatsache, dass unsere Beiratsvorsitzende Christine Schramm, die mittlerweile wieder in eine eigene Wohnung gezogen ist, täglich ins Haus kommt, uns unterstützt und mich jetzt sogar gefragt hat, ob sie als Minijobberin in Küche oder Wäscherei arbeiten kann", sagt Rita Zimmer.

Quelle: RP
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