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Radevormwald
Neue Dauerausstellung im Freilichtmuseum Lindlar

Radevormwald. Im Spätherbst eröffnet das Freilichtmuseum Lindlar eine neue Dauerausstellung in der Scheune Denklingen. Sie widmet sich dem Thema der Entwicklung der Landtechnik und Landmaschinenherstellung im Bergischen Land. Ab den 1880er-Jahren setzte in der Region ein regelrechter Gründungsboom kleinerer Landmaschinenfabriken ein. Diese Entwicklung wird exemplarisch an der Landmaschinenherstellung der Firma Bremicker aus Kierspe gezeigt.

Aus der familieneigenen Sammlung übernahm das Museum funktionsfähige Maschinen, wie einen seltenen Froschgöpel, einen Strohschneider, diverse Dreschmaschinen und eine Windfege. Die Geräte und Maschinen stammen aus der Zeit von 1880 bis in die 1930er-Jahre. Aus dem Nachlass der Familie konnten viele Geschäftsunterlagen, Fotos und Dokumente erschlossen werden. Diese belegen detailliert, was wann produziert und an welche Kunden die Maschinen geliefert wurden - "für das Museum ein seltener Glücksfall an Dokumentation", heißt es in einer Pressemitteilung.

In der historischen Ausstellungsscheune sind die Dreschmaschine und die Windfege wieder funktionsfähig eingebaut. Die beiden Geräte können über Transmissionsriemen sowohl durch einen Motor als auch durch den außerhalb der Scheune gelegenen Göpel angetrieben werden. Eine andere funktionsfähige Windfege gibt durch eine große Plexiglasscheibe den Blick auf ihr Innenleben frei und lädt zum Ausprobieren per Handkurbel ein. Damit lässt sich anschaulich nachvollziehen wie sich die "Spreu vom Weizen" trennt.

Weiterhin ist ein Deutz-Bauernschlepper aus dem Jahr 1936 zu bestaunen, der umgangssprachlich sogenannte 11er Deutz, steht symbolisch für die erste Motorisierung der Höfe im Bergischen Land. Aus der umfangreichen Sammlung des Museums werden weitere Landmaschinen ausgestellt, die allesamt von heimischen Fabriken hergestellt wurden. Die Exponate stammen von der Firma Rasspe aus Solingen oder REHA Otto Reinshagen aus Wuppertal-Ronsdorf. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Landmaschinenfabriken aus Hennef gelegt, namhafte Firmen wie Carl Reuther, J.F. Jacobi, Josef Meys und die Gebrüder Steimel zeugen von der langen Tradition dieses Wirtschaftszweiges.

Die in der Ausstellung gezeigten Filme dokumentieren die Geschichte der Dreschtechnik bis in die Gegenwart. Auf der großen beleuchteten Fotowand gibt es Aufnahmen von der Arbeit mit Landmaschinen sowie historische Bilder von den Produktionsstätten zu sehen. Viele Fabriken haben sich zum Ende des 19. Jahrhunderts aus kleineren Betrieben wie Schmieden oder Hammerwerken entwickelt. Dabei konnte man auf langjährige Erfahrung zurückgreifen - schon seit Jahrhunderten waren das Bergische Land und das Märkische Sauerland bei der Sichel- und Sensenherstellung ein wichtiger Produktionsstandort.

Da Fotos, die Landmaschinen im Einsatz oder die Landmaschinenfabriken von innen zeigen, sehr rar sind, sucht das Freilichtmuseum für die Ausstellung noch historische Aufnahmen. Wer Fotos, historische Werbung, Gebrauchsanweisungen oder andere Dokumente zum Thema historische Landmaschinen aufbewahrt, sollte sich an das Museum wenden. www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

Info Bergisches Freilichtmuseum für Ökologie und bäuerlich-handwerkliche Kultur, Unterheiligenhoven 5, Lindlar, Tel. 02266 9010-0, E-Mail: freilichtmuseum-lindlar@lvr.de

(rue)
 
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