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Radevormwald
Neue Schiedsleute für Radevormwald

Radevormwald: Neue Schiedsleute für Radevormwald
Die Schiedsleute bemühen sich vor allem um Frieden zwischen streitenden Parteien und wollen vermitteln (v.l.): Dagmar Haase, Hans-Peter Schimmelpfennig, Hanns Neumaier, Martina Himmen (Ordnungsamt), Bürgermeister Johannes Mans, Volker Ebbinghaus und Manfred Seiferth. FOTO: joachim rüttgen
Radevormwald. Die Schiedsamtsbezirke für den Stadtbereich und die Wupper sind wieder komplett besetzt: Gestern stellten sich die neuen Schiedsmänner und eine Schiedsfrau im Rathaus vor. Mit Hans Neumaier verabschiedete sich ein "alter Hase". Von Joachim Rüttgen

Oft sind es Streitigkeiten unter Nachbarn oder familiäre Probleme, die vors Gericht führen, wenn nicht Schiedsleute versuchen würden, die Schwierigkeiten außergerichtlich zu schlichten. Radevormwald ist in der glücklichen Lage, nun wieder in beiden Schiedsamtsbezirken einen Schiedsmann oder eine Schiedsfrau und jeweils auch Stellvertreter stellen zu können. "Viele Verfahren können damit verkürzt und erfolgreich beendet werden", sagte Bürgermeister Johannes Mans gestern bei der Vorstellung der neuen Schiedsleute und der Verabschiedung von Hanns Neumaier, der von 2001 bis 2017 als Schiedsmann in Rade gewirkt hatte.

"Mit seiner konzilianten Art hat er Konfliktsituationen geschickt geschlichtet und war immer bemüht, Probleme zu beseitigen", sagte Mans und überreichte dem 81-Jährigen als Dank Blumen und eine Flasche Wein. Für Mans gehört viel Fingerspitzengefühl dazu, zu schlichten und zu vermitteln. Und der Leiter des Ordnungsamtes, Jochen Knorz, ist dankbar dafür, dass auch die Stellvertreterpositionen nach längerer Vakanz für die nächsten fünf Jahre wieder besetzt sind. "Das ist jetzt eine gute und klare Regelung", sagte er. Manfred Seiferth Er ging bei Hanns Neumaier "in die Schule" und durfte bei ihm hospitieren. Mittlerweile hat der 73-Jährige, der zehn Jahre als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht tätig war, in sechs Jahren sieben Fälle übernommen und vier erfolgreich abgeschlossen. "Ich bin froh über eine Quote von mehr als 50 Prozent", sagte er und lachte. Ihm mache es große Freude, "hinter die Kulissen zu schauen", in die menschliche Seele einzutauchen und zu erkennen, wie viel Hass dort entstehen kann. "Ich finde, streitende Parteien müssen sich nicht umarmen und lieben, wohl aber am Gartenzaun mal grüßen", sagte er. Er warne Streithähne auch immer vor dem Gang vors Gericht, denn dort bekomme niemand das Urteil, das er erwarten würde. "Und Verlierer sind noch hasserfüllter", sagte Seiferth. - Das sind die neuen Streitschlichter für Radevormwald: Volker Ebbinghaus Der 61-Jährige wurde von einem Politiker gefragt, ob er als Schiedsmann tätig werden wolle. "Mich reizt das Neue", sagte der studierte Finanzexperte, der zuletzt in der freien Wirtschaft als Geschäftsführer arbeitete. Und als stellvertretender Schiedsmann könne er entspannt in das Metier reinschnuppern. Er glaubt, dass er mit einem Hauch Diplomatie Streithähne besänftigen kann. "Oft hat sich vieles aufgestaut", sagte er. Dagmar Haase Die Psychologin (60) stieß per Zufall auf das Amt der Schiedsfrau und meldete sich selbst bei der Stadt. "Ich möchte mich auch beruflich mehr auf die Mediation konzentrieren. Da kann ich sicher einige Aspekte auch für das Amt der Schiedsfrau nutzen", sagte sie. Die Bewältigung von Konflikten werde immer wichtiger, da viele Menschen in der heutigen Zeit sehr gereizt seien. "Menschen reagieren intensiver, da möchte ich ein Forum schaffen, dass sich Streithähne einigen können", sagte sie. Profundes juristisches Wissen habe sie nicht, aber sie wolle ja auch lieber Prozesse anleiten, Struktur in einen Streit bringen und einen neutralen Raum schaffen. Hans-Peter Schimmelpfennig Der 63-Jährige, der im August in Rente geht, kennt Neumaier als Nachbarn schon lange Jahre. Beide sind auch im Singkreis Remlingrade aktiv. "Ich wurde schon immer von Menschen um Rat gefragt", sagte der kaufmännische Leiter, der als Prokurist bei einer Wuppertaler Firma arbeitet. Seit zehn Jahren ist er Verwaltungsleiter im Diakonischen Bereich und Aufsichtsratsvorsitzender der Diakonie-Station in Radevormwald.

"Ich will mich von dieser neuen ehrenamtlichen Aufgabe überraschen lassen und hoffe jetzt auf die Schulung des Bundesverbandes im Mai, die uns auf unsere neue Aufgabe vorbereiten soll", berichtete er. Für ihn stehe ein Kompromiss und ein für alle Parteien gangbarer Weg im Mittelpunkt seiner Schiedsmanntätigkeit.

Quelle: RP
 
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