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Radevormwald
Neues Leben für Brachflächen

Radevormwald: Neues Leben für Brachflächen
Das Gelände der ehemaligen Firma Hardt & Pocorny steht auf der Liste von "Flächen.Pool NRW". FOTO: moll (archiv)
Radevormwald. Radevormwald wurde in den "Flächen.Pool NRW" aufgenommen. Hierbei handelt es sich um ein neues Programm des Landes, um brachliegende Flächen mit Leben zu füllen. In Rade stehen vier Flächen auf der Liste. Von Joachim Rüttgen

Bei einem neuen Programm des Landes geht es um brachliegende Flächen, die ihren Nutzen verloren haben oder nicht mehr so genutzt werden, wie es eigentlich möglich wäre. Deshalb wurde 2014 der "Flächen.Pool Nordrhein-Westfalen" ins Leben gerufen, um diese Areale zu revitalisieren. Im dritten Anlauf ist es auch Rade gelungen, in das Programm aufgenommen zu werden. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt stellten Barbara Eickelkamp und Jessica Hupe vom Flächenpool vier Flächen vor, die mit Leben gefüllt werden sollen.

"Beim Flächenpool geht es darum, Flächen im Innenbereich zu reaktivieren und darüber mit den Kommunen eine Konsensvereinbarung zu treffen", sagte Diplom-Geografin Barbara Eickelkamp. Ziel sei es, die Brachfläche wieder zu nutzen anstatt sie sich selbst zu überbelassen. Im Mittelpunkt der Arbeit stehe der Dialog mit den Kommunen und den Eigentümern, um Perspektiven zu erörtern und das Projekt umzusetzen. "Wir fragen die Interessen auf beiden Seiten ab und suchen nach Lösungen", sagte sie. Vermittlung und Moderation übernehme der Flächenpool. Wichtig für die Kommune: Das Programm wird durch Land und Eigentümer mitfinanziert. Zurzeit hat der Flächenpool mit 43 Kommunen eine Konsensvereinbarung getroffen, mehr als 180 Standorte sind angemeldet - das sind etwa 1000 Hektar und mehr als 1000 Eigentümer. "Uns ist eine neutrale Rolle ohne Eigeninteresse wichtig, die eine reine Unterstützungsarbeit leistet", sagte Eickelkamp. In Radevormwald sind vier Standorte angemeldet.

Industriestraße 23 Eigentümer, Wohnen und Gewerbe - "hier gibt es eine typische Gemengelage, wobei wir den besonderen Standort hervorheben und Perspektiven entwickeln wollen", sagte Jessica Hupe.

Ehemalige Firma Brücher Fläche: 0,2 Hektar, der kleinste Standort, drei Eigentümer, Gewerbefläche, B-Plan mit Wohnbebauung, Eigentümer wurden bereits angesprochen.

Ehemalige Textilfabrik Schürmann & Schröder Fläche: zwei Hektar, ein Eigentümer, Nahversorgungsstandort der Wupperorte, kein B-Plan, aber Hinweise auf Bodendenkmal. "Wohnen ist dort bereits etabliert, aber nicht richtig geregelt; wir wollen weitere Perspektiven erörtern", sagte Diplom-Ingenieurin Raumplanung Jessica Hupe.

Ehemalige Firma Hardt & Pocorny Fläche: 3,4 Hektar, acht Eigentümer, ein Haupteigentümer (Immobiliengesellschaft), Gebäude stehen teils unter Denkmalschutz, Mieter werden gesucht, "hier wollen wir ein Gesamtkonzept erarbeiten", sagte Jessica Hupe.

Insgesamt befinde sich Rade derzeit in der Findungsphase, an die sich im besten Fall eine Kooperationsvereinbarung mit den Eigentümern anschließt. In der Qualifizierungsphase gehe es um die Nutzung und die Entwicklungsperspektiven für die Brachfläche. "Das Wohnen bekommt immer mehr Bedeutung, aber wir treten nicht an, um Gewerbe zu verhindern", sagte Barbara Eickelkamp. Es sei immer auch ein Stück weit die Entscheidung der Stadt, wohin der Weg führen soll.

Quelle: RP
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