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Radevormwald
Noch viele offene Fragen zur Berufskolleg-Fusion

Radevormwald. Als Termin wird der Sommer 2016 ins Auge gefasst - ob das wirklich klappt, kann zurzeit niemand zuverlässig sagen. Von Udo Teifel

Die Fusion eines Kreis-Berufskollegs mit einem Zweckverband ist eine schwierige Angelegenheit. Das wussten alle Beteiligten vom ersten Tag an - der Oberbergische und der Rheinisch-Bergische Kreis sowie der Zweckverband Bergisch Land in Wermelskirchen. Dreimal wurde der offizielle Fusionstermin verschoben. Nun wird der Sommer 2016 genannt - ob's was wird? Die Beteiligten hoffen. Sicher ist das noch nicht.

Dabei geht es letztlich um eine (rechtliche) Formalie: Wie bekommt man beide Schulen zusammen? Denn Träger des Berufskollegs Wipperfürth ist der Oberbergische Kreis, der Zweckverband wird von den Städten Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen gebildet - seit über 25 Jahren. Da aber nicht ein Kreis mit einem Zweckverband fusionieren kann, sitzt der Rheinisch-Bergische Kreis mit am Tisch - er ist übrigens im Südkreis Träger des Berufskollegs.

De facto ist die Fusion schon längst vollzogen - und wie man hört, läuft's prima. Schulleiterin Sylvia Wimmershoff (Zweckverband) arbeitet als kommissarische Leiterin in Wipperfürth, wo das oberbergische Berufskolleg seinen Sitz hat. Und auch das Zusammenwirken der beiden Schulkollegien funktioniert. Ganz im Sinne der Schüler eben. Fakt ist: Der Zweckverband wird sich auflösen müssen. Denn die Bezirksregierung will keine Schulzweckverbände. Dazu muss sich der Zweckverband Berufskolleg Bergisch Land erst einmal selbst auflösen - mit dem Votum der drei Stadträte. Dann erst kann ein neues Konstrukt gebildet werden, in dem die beiden Kreise und wohl auch Wermelskirchen beteiligt ist. Wie, das ist noch völlig offen.

Dr. Jorg Nürmberger, Schuldezernent im Oberbergischen Kreis, erklärte auf Anfrage, dass es wohl auf eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung hinauslaufe. "Es wird keinen Zweckverband mehr geben", sagte er. Eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung biete mehr Spielraum für die individuelle Ausgestaltung und Beteiligung. Dafür seien aber noch viele Abstimmungsgespräche notwendig. "Wir hoffen", bezog er sich auf das jüngste Gespräch mit Vertretern aus Rhein-Berg und Wermelskirchen zu diesem Thema, "dass wir bis zum Sommer die Grundsatzentscheidung getroffen haben und sie auch von den Räten und Kreistagen beschlossen ist." Er sei zuversichtlich, dass dies klappt. Vorher muss sich der Zweckverband Bergisch Land mit Schulgebäude an der Kattwinkelstraße aufgelöst haben.

Es gibt aber noch offene Fragen, zum Beispiel zur Kostenaufteilung. Werden sich nur der Oberbergische Kreis und Wermelskirchen die Betriebskosten für die beiden Schulgebäude in Wipperfürth und Wermelskirchen teilen? Und wie werden sie verteilt? Die Budgets liegen zusammen bei mehr als zwei Millionen Euro. Die Haushalte müssten auch zusammengeführt werden - quasi in einen Kreishaushalt. Nur wo? Beim Oberbergischen oder Rheinisch-Bergischen Kreis? Alles noch offene Fragen, die in der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung geklärt werden sollen.

Fest steht: Die Immobilie an der Kattwinkelstraße bleibt im städtischen Besitz und wird an den künftigen Träger Rhein-Berg oder Oberberg vermietet. Für Wermelskirchen wird da sicher ein stattliches Sümmchen zusammenkommen.

Quelle: RP
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