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Radevormwald
Nostalgie bei Kaffee, Waffeln und Trödel

Radevormwald: Nostalgie bei Kaffee, Waffeln und Trödel
Tina Rummenhöller kann vom Umsatz in ihrem Café nicht leben. Sie sieht ihre Arbeit dort finanziell als Minijob. Ihr ist es wichtig, den Menschen einen Ort anzubieten, an dem sie sich wohl fühlen. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Im Café "Nostalgie Eck" gibt es Frühstück und Bergische Waffeln. Tina Rummenhöller empfängt jeden Gast herzlich in romantischer Trödel-Atmosphäre. Der 54-Jährigen geht es nicht ums Geld, sondern um die Gesellschaft in netter Runde. Von Flora Treiber

Tina Rummenhöller ist leidenschaftliche Sammlerin und seit mehr als einem Jahr auch leidenschaftliche Gastronomin. In ihrem "Nostalgie Eck" an der Oststraße wimmelt es von bunten Sammeltassen, klirrenden Kronleuchtern und gehäkelten Tischdecken. "Ich war viele Jahre Hobby-Trödlerin und habe viel angesammelt. Meine Lieblingsstücke haben hier ihren Platz gefunden", sagt sie.

Wer bei ihr einen Kaffee oder eine Waffel, immer dienstags zum Waffeltag, bestellt, bekommt ein Geschirr-Set aus längst vergangenen Jahrzehnten vorgesetzt. Egal wohin man im "Nostalgie Eck" guckt, man entdeckt immer ein neues Bild, ein anderes Muster, eine persönliche Erinnerung aus dem Leben von Tina Rummenhöller. Satt-Essen - das geht in ihrem Café, Satt-Sehen eigentlich nicht. "Es gibt immer Neues zu entdecken", sagt die 54-Jährige.

Das Café an der Oststraße war bis Ende 2015 im Besitz von Iris Schäfer. Schon damals war Tina Rummenhöller Stammgast an der Oststraße. "Als Iris aufhören wollte, waren wir alle geschockt. Nach reiflicher Überlegung habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Das war sehr aufregend", sagt sie. Sich selbstständig zu machen war eigentlich nie der Plan der Radevormwalderin. Nachdem sie bei der Post gelernt und gearbeitet hatte und in den Frühruhestand gegangen war, hat sie viele Tätigkeiten ausgeführt. Immer als Angestellte. "Selbstständigkeit hat mir immer Angst gemacht. Mittlerweile habe ich mich an die Buchhaltung gewöhnt und genieße es, wieder in festen Strukturen zu leben. Mit dem Café ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagt sie. Das "Nostalgie Eck" ist wie bei Iris Schäfer fester Anlaufpunkt für viele Radevormwalder. Jeden Morgen trifft sich ein privater Stammtisch zum Frühstück und bespricht private Probleme und Ereignisse. "Wir sind wie eine große Familie. Jeder wird herzlich bei uns aufgenommen und kann auf unsere Unterstützung zählen", berichtet die Gastronomin. Tina Rummenhöller sieht in ihrem Café mehr als einen Beruf, denn leben kann sie von dem Umsatz nicht. "Meine Preise sind sehr niedrig. Ich betrachte das Café, zumindest finanziell als Minijob. Mir ist es aber wichtig, den Menschen einen Ort anzubieten, an dem sie sich wohl fühlen. Hier geht es nicht um Geld, sondern um Geselligkeit und darum, sich gegenseitig zu helfen", sagt Rummenhöller.

Nach dem ersten Jahr Selbstständigkeit will die Gastronomin weiter an ihrem Programm feilen. Momentan schreibt sie eine neue Frühstückskarte und hat in den vergangenen Monaten die ersten Geburtstage und Hochzeiten in ihrem Café ausgerichtet. "Junge Paare mit kleinem Budget suchen oft nach einem romantischen Café. Die Geburtstage sind bisher auch immer gut verlaufen. Ich organisiere gerne einen großen Brunch oder eine Kaffeetafel", sagt sie. In Planung sind auch regelmäßige Spiele- oder Bingonachmittage, wie sie besonders in Amerika oft angeboten werden. "Ich stelle mir vor, dass hier in einer lauten Runde gespielt wird und wir zusammen eine gute Zeit haben."

Bis es soweit ist, gibt es täglich Frühstück und dienstags Bergische Waffeln mit Puderzucker.

Quelle: RP
 
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