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Radevormwald
Notruf aus Rathaus zur Flüchtlingsarbeit

Radevormwald: Notruf aus Rathaus zur Flüchtlingsarbeit
Die finanzielle Ausstattung der Stadt für die Versorgung der Flüchtlinge soll besser werden. In Radevormwald ist derzeit ein Thema die Personalnot der Stadt, verbunden mit fehlender Verbindung zu den ehrenamtlichen Helfern. FOTO: pleul (dpa)
Radevormwald. In der Sitzung des Stadtrates sollen heute auf Antrag des Bürgermeisters neue Stellen genehmigt werden. Die Rathausmitarbeiter sind derzeit nicht in der Lage, die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer zu koordinieren. Von Wolfgang Scholl

Zahlreiche Radevormwalder wollen helfen oder bieten ihre Unterstützung an, um den mittlerweile mehr als 220 Flüchtlingen in der Stadt das Leben zu erleichtern. Probleme gibt es aber in der Koordination. Das berichteten Bürger zuletzt am Samstag bei der Mobilen Redaktion mit dem zukünftigen Bürgermeister Johannes Mans. "Da meine Mitarbeiter die Situation nicht mehr alleine bewältigen können, brauchen wir die neuen Stellen", spricht Bürgermeister Dr. Josef Korsten klare Worte. Er habe sich der Unterstützung seines Nachfolgers versichert. "Wir können nicht mehr warten, wir müssen so schnell wie möglich Leute finden", sagt der Bürgermeister und ist gespannt auf das heutige Votum des Stadtrates. "Ich sehe die Kommunalpolitiker in der Pflicht, weil sie ihre Unterstützung zugesagt haben", sagt Korsten.

"Die Koordinierung der verschiedenen Hilfsaktionen steht immer noch aus; es wird nach Meinung unserer Helfer zu viel nebeneinander gearbeitet", berichtet Pastor Johannes Dress von der Martini-Gemeinde. Die einen wüssten von anderen zu wenig. Man könnte Schwerpunkte setzen, damit nicht alle das Gleiche tun. "Doch Absprachen brauchen eine zentrale Koordinierungsstelle, was schon länger eingefordert wird", sagt Dress.

Dem stimmt der Bürgermeister in Teilen zu. Es gelinge derzeit mit den vorhandenen Mitarbeitern im Rathaus angesichts der schwierigen Problematik aber nicht, die ehrenamtliche Arbeit zu koordinieren. Man habe einfach zu wenig Kräfte, wiederholt er. Die dort Tätigen seien mit dem Kerngeschäft ausgefüllt und an der Grenze ihrer Kraft angelangt. "Ein Sozialarbeiter kann nicht 220 Leute aus unterschiedlichen Kulturen und mit zahlreichen Sprachen betreuen und auch noch die ehrenamtliche Arbeit koordinieren. Er kann das nicht alleine", sagt Korsten. Leider sei es bisher nicht gelungen, aus den Reihen der ehrenamtlichen Helfer Leute zu finden, die ihrerseits die Hilfe koordinieren. Ein erstes Zusammentreffen habe nicht zu einem Ergebnis geführt.

Die Ehrenamtler wiederum sehen die Stadt in der Pflicht, zum Beispiel bei der Zurverfügungstellung von Raum für Kleidung und Möbel zu helfen. So hat es in der vergangenen Woche am Freitag ein Treffen in der Martini-Gemeinde gegeben, bei dem elf Gemeindemitglieder eine Hilfsliste aufgestellt haben. "Für den Herbst und Winter brauchen wir gut erhaltene Herrenjacken (Winterjacken), Herrenschuhe, Turnschuhe, Schirme und schmale Pullover (größe S und M). Außerdem gut erhaltene Töpfe und Pfannen, Wasserkocher und kleine Kaffeemaschinen, CD-Player, Rucksäcke und gut erhaltene Koffer", berichtet Dress. Für den Deutsch-Unterricht brauche man zwei gut erhaltene Tafeln und weiteres Unterrichtsmaterial. Hier gebe es bereits Spenden, weitere seien erwünscht.

Sammelstellen in der Stadt für Kleidung haben zum Beispiel die Caritas an der Hohenfuhrstraße, das DRK an der Carl-Diem-Straße, die Martini-Gemeinde und auch der Ökumenische Mittagstisch. Dazu kommen private Unterstützer.

Der Bürgermeister und die Verwaltungsmitarbeiter hoffen, dass die an der ehrenamtlichen Hilfe beteiligten Gruppen besser zueinander finden und sich untereinander abstimmen. Wer helfen möchte, sollte sich direkt mit den einzelnen Gruppen in Verbindung setzen und sich dort erkundigen, wo Hilfe konkret benötigt wird.

Quelle: RP
 
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