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Radevormwald
"Nscho-tschi" zu Gast in Hammerstein

Radevormwald. Bekannt ist die Marie Versini als Winnetous Schwester Nscho-tschi. Sie war jetzt an der Wupper-Talsperre zu Gast. Von Wolfgang Weitzdörfer

Winnetous Schwester zu Gast an der Wupper-Talsperre - das ist schon eine große Sache. Die französische Schauspielerin Marie Versini, die morgen ihren 76. Geburtstag feiert, war über das Wochenende im Haus Hammerstein zu Gast - und reihte sich in eine Vielzahl an Gästen ein, die im ehemaligen Hotel für kurze oder längere Zeit gewohnt haben. Natürlich gibt es einen Grund für diesen Besuch: Sein Name ist Stefan Brücker aus Radevormwald, ein guter Freund Versinis. "Ich bin Mitglied eines großen Karl-May-Clubs. Wir reisen immer zu den Drehorten, ich war mit sechs Jahren zum ersten Mal dort." Die Festivals in Bad Segeberg und Elspe hat Brücker schon "hunderte Male gesehen". Dort hat er auch den verstorbenen Winnetou-Darsteller Pierre Brice getroffen. "Jean Marc Birkholz heißt der derzeitige Winnetou-Darsteller, den wollen wir gemeinsam treffen nach unserem Zwischenstopp hier", sagt Brücker. Der Ort im Bergischen, am idyllisch gelegenen Haus Hammerstein, erinnert vermutlich nur zufällig an Filmorte, die Versini in ihrer Karriere besuchte. Aber bereits als Kind hatte sie Winnetou-Erfahrungen gemacht: "Ich habe mit meinem Bruder als kleines Kind die ersten Winnetou-Szenen nachgespielt." Umso größer der Zufall, dann im jungen Erwachsenenalter die Rolle der Nscho-tschi zu bekommen: "Das war mit 22 meine größte Rolle, und das Tolle ist, 50 Jahre später immer noch darauf angesprochen zu werden," sagt Versini.

Dass die 75-Jährige so gut Deutsch spricht, verdankt sie einem anderen großen Schauspieler: Klaus-Jürgen Wussow. "Klaus hat bei einem Dreh in Spanien gesagt, ,Die Zeit für Film ist vorbei, lerne Deutsch!' Und er hat mir dabei geholfen." Weitere Unterstützung hat die junge Versini in der Berlitz-Sprachen-Schule in Paris bekommen.

Neben der Nscho-Tschi ist Marie Versini auch noch als eine andere große Frau bekannt geworden: Clara Schumann. "Mein erster Film mit meinem Mann war über Clara, der letzte auch - ich habe also meine Ehe mit und über Clara geführt", sagt Versini. Auch das führte zu ihren guten Sprachkenntnisse, auch wenn sie immer wieder nachfragen muss, was mit der Frage gemeint ist. Haus Hammerstein kannte sie bislang nicht, der Kontakt kam über Stefan Brücker zustande. Mit dabei ist auch Puppenspieler Thomas Szymanski, der im weiteren Verlauf des Besuchs für Unterhaltung sorgen sollte. "Ich habe mit Tom Sawyer und seinen Abenteuern angefangen - heute präsentiere ich eine Improvisation über Karl-May-Geschichten."

Nscho-tschi kommt bestimmt auch vor, , denn schließlich ist die Schwester Winnetous Versinis große Rolle. Und auch wenn sie nur in einem der drei Winnetou-Filme vorkommt, gehört sie dennoch dazu. "Ich werde immer danach gefragt, mein Vater war auch selbst ein riesiger Karl-May-Fan", sagt sie und fügt an: "Meine liebsten Kollegen waren Lex Barker und Pierre Brice." Dann, es ist nur ein kleiner Moment, Versink sagt leise: "Ich bin noch nie einem so tollen Mann wie Lex Barker als Tarzan begegnet. Und als ich dann mit ihm drehen durfte..." Sie scheint selbst wieder zum Fan geworden zu sein. Warum auch nicht?

Quelle: RP
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