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Radevormwald
Nur größere, sanierte Flächen lassen sich vermieten

Die Vermarktung von Handels- und Dienstleistungsflächen in der Innenstadt ist in den vergangenen Monaten etwas ins Stocken geraten. Als einen Grund macht der neue Citymanager Dr. Siegbert Panteleit die kleinen Flächen in den schmalen bergischen Fachwerkhäusern aus. "Die Häuser sind im Grunde schön, treffen in ihrer Größe aber nicht mehr den aktuellen Marktbedarf", sagt Panteleit. Es habe zum Beispiel zwei Anfragen von Händlern qualitativ hochwertiger Bekleidung gegeben, man habe aber keine passende Fläche anbieten können. Das gelte zum Teil auch für neue, moderne Gastronomie.

So, wie in der großen Schlossmacher-Galerie Flächen zerlegt und wieder neu zusammengefügt werden müssten, müsse dies auf Dauer auch in den Häusern der Innenstadt geschehen. "Vorstellbar ist, dass sich die Eigentümer mehrerer Häuser zusammenschließen und als gemeinsamer Investor für das Erdgeschoss auftreten", sagt Panteleit. Nur so glaubt er auf Dauer eine attraktive Vermarktung im Innenstadtbereich schaffen zu können. Als Mindest-Quadratmeterzahl nennt er 350 Quadratmeter pro Fläche, besser seien aber 400 oder sogar etwas mehr. Als Beispiele für Kommunen, in denen solche Verbindungen inzwischen geschaffen worden sind, nennt er Schwelm oder auch Remscheid-Lennep. Diese Flächengröße sieht Panteleit auch für neue Gastronomie. Beim Beispiel "Alte Post" meinte er, dass eine gute Gastronomievermarktung vielleicht nur unter Einbeziehung des Nachbarhauses gelingen kann.

Der Citymanager weiß, dass das ein längerer Prozess sein kann. Meistens gelinge so etwas, wenn es einen Vermietungsdruck als Leidensdruck beim Eigentümer gebe. "Viele aktuelle Eigentümer sagen mir aber derzeit noch, dass es mit der aktuellen Vermietung für sie noch zur Deckung der Kosten reicht. Investieren wollten sie nicht mehr", sagt Panteleit.

Er gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass in naher oder mittlerer Zukunft auch in diese alten Immobilien investiert werden muss, um sie zu erhalten. Dächer oder Fassaden, Türen und Fenster, aber auch sehr häufig die Dämmung des Fußbodens entsprächen in den Häusern nicht mehr heutigen Maßstäben. Panteleit meint, wenn ein Mieter tagsüber auf einer Fläche kalte Füße von unten bekomme, dann bekomme er bald auch kalte Füße für eine Mietverlängerung.

Zur aktuellen Situation sagt der Citymanager, dass es zwar ein Stühlerücken in der Innenstadt gibt, attraktive, neue Flächen dadurch aber noch nicht entstanden oder von den Eigentümern geschaffen worden sind. "Eigentümer müssen den Mut haben, in die Substanz nachhaltig zu investieren, sonst hat ein Haus keine Zukunft", sagt Panteleit.

(wos)
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