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Radevormwald
Nur wenige Besucher bei Dahlerauer Bläsern

Radevormwald. Der traditionsreiche Posaunenchor Keilbeck der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlerau lud wieder zu einem Jahreskonzert ein. In seiner Heimatkirche in Keilbeck präsentierte das kleine Ensemble seine jüngst einstudierten Werke in einer eher kleinen Runde. Musikalische Verstärkung könnte das Bläser-Sextett durchaus noch gebrauchen. Von Cristina Segovia-Buendía

Für ihr diesjähriges Jahreskonzert erhielt das Keilbecker Sextett um den langjährigen Leiter und Dirigent Thomas Klöckner Verstärkung von drei befreundeten Musikerkollegen an Horn, Trompete und Tuba. Zu neunt füllten sie den Altarbereich des altehrwürdigen Gotteshauses am Siedlungsweg aus, in dessen Kirchenschiff ihre glänzenden Blechblasinstrumente besonders herrlich erschallten.

Ein Querschnitt durch die Blechbläserliteratur würden die Besucher bei diesem traditionellen Konzert erwarten, hatte Klöckner im Vorfeld versprochen. Mit einem musikalischen Blumenstrauß, von klassischen Werken Schuberts bis hin zu aktueller Filmmusik, bescherten die Musiker ihre Gäste. Zugegebenermaßen zog es nicht viele Gäste ins kleine Konzert: Knapp 30 Besucher nahmen an dem Konzert teil, genossen aber dennoch sichtlich gut unterhalten das Programm, das die Bläser gekonnt professionell zusammengestellt hatten und auch spielten.

Kein Wunder, besteht doch der mittlerweile kleine, aber feine Posaunenchor bereits seit 153 Jahren. Die letzten drei Jahrzehnte stand ihnen Leiter und Dirigent Thomas Klöckner vor, der in den 1980er und 1990er Jahren Hochphasen des Ensembles mitgestaltete. "In unseren besten Zeiten hatten wir bis zu 16 Bläser im Chor, davon auch sehr viele Jugendliche", erinnert sich Klöckner. Das habe sich aber längst zerschlagen. Heute sind sie nur noch zu sechst: Christoph Bibbels am Euphonium ist mit seinen 17 Jahren der Jüngste im Ensemble, Posaunist Udo Müller (73) ist langjähriges Urgestein.

Dass der Dahlerauer Posaunenchor keinen Zulauf mehr von Jugendlichen erhält, ist für den Leiter bedauerlich, aber verständlich: "Es liegt sicherlich auch an dem hohen Anspruch, den wir haben. Unser Posaunenchor ist keine Bläserklasse. Wir spielen sehr anspruchsvolle Stücke, für die man schon einiges an Erfahrung mitbringen muss." Klöckner, der früher selber fleißig Jungbläser schulte und den Chor so mit Nachwuchs versorgte, hat dafür heute allerdings heute keine Zeit mehr: "Das schaffe ich beruflich nicht mehr."

Dass Blechblasinstrumente bei Jugendlichen aus der Mode seien, bezweifelt er. Es sei jedoch sehr aufwendig, ein solches Instrument zu erlernen, da der Spaß am Spielen erst in einem fortgeschrittenen Stadium käme. "Und an diesen Punkt kommt man nur durch viel Üben und Proben, worauf viele heute auch einfach keine Lust haben", sagte Klöckner. Um bei ihren etwa 14 Auftritten im Jahr dennoch ihr reichhaltiges und gehobenes Repertoire in gewohnt hoher Qualität anbieten zu können, nimmt das Ensemble heute nur noch gut ausgebildete Bläser auf, die der Posaunenchor aber auch erst einmal in das eher etwas abgelegene Gemeindehaus in Keilbeck locken muss.

Quelle: RP
 
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