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Radevormwald
ÖkuIni will mehr Geld von der Stadt

Radevormwald: ÖkuIni will mehr Geld von der Stadt
Auch den Seniorennachmittag zum Erntedankfest in Önkfeld im vergangenen Jahr richtete die Ökumenische Initiative federführend aus. Jetzt soll die Stadt den Zuschuss erhöhen, weil die Kosten gestiegen sind. FOTO: nico hertgen (archiv)
Radevormwald. Die enorm gestiegenen Kosten in den vergangenen sieben Jahren nimmt die Ökumenische Initiative jetzt zum Anlass, eine Erhöhung des städtischen Zuschusses um 5500 Euro zu beantragen. Das stößt vor allem bei der CDU auf Kritik. Von Joachim Rüttgen

Entscheidung einstimmig vertagt. Eigentlich sollte der Ausschuss für Soziales, Sport und Integration dem Rat empfehlen, den jährlichen Zuschuss an die Ökumenische Initiative für den Bürgertreff und die Organisation des Seniorennachmittags beim Önkfelder Erntedankfest von 20 500 Euro auf 26 000 Euro zu erhöhen. Doch daraus wurde nichts. Einstimmig wurde der Beschluss abgesetzt. Über den Zuschuss soll in den Haushaltsplanberatungen diskutiert werden, der Rat wird dann wohl endgültig entscheiden.

Dabei hält die Verwaltung die Gründe der ÖkuIni für nachvollziehbar und begründet. "Die Kosten sind gestiegen, und zu dem alten Zuschuss ist die Arbeit nicht mehr leistbar", sagte Sozialdezernentin Ute Butz. Verwaltungsleiter Michael Berghaus und Fachbereichsleiterin Britta Eschbach von der ÖkuIni legen in ihrem Antrag dar, dass besonders die Ausrichtung der Seniorenfeier samt Sachkosten und personellem Aufwand sehr kostenintensiv sei. 6000 Euro entfallen auf diese Feier. In der Anfangszeit habe die ÖkuIni die Personalstunden deutlich stärker über Ein-Euro-Jobber auffangen können, heißt es zur Begründung. Auch das Programm zur Freizeitgestaltung der Senioren müsse regelmäßig den Wünschen angepasst werden.

"Um die Kontinuität und Qualität der Arbeit gewährleisten zu können, beschäftigen wir seit 2014 eine Mitarbeiterin in Teilzeit, unterstützt durch ehrenamtliche Mitarbeiter und Ein-Euro-Jobber", erläutern Berghaus und Eschbach. 2014 sei die Teilzeitkraft über das Jobcenter gefördert worden. Der Zuschuss entfalle 2015. Durch den Wegfall der Mittel zur Arbeitsförderung rechnet die ÖkuIni mit einem Defizit von 7500 Euro für 2015.

Die CDU ist sehr unzufrieden - "vor allem mit der Arbeit der ÖkuIni und was sie abliefert", sagte Rolf Schäfer. 2014 habe der Verein nach seiner Rechnung etwa 246 Personen betreut, dabei liege der Anteil der über 65-Jährigen gerade mal bei zehn Prozent. "Da müssen wir überlegen, ob das Angebot nicht besser werden kann", sagte er. Der Unmut bei anderen Vereinen sei groß, schließlich müssten sie für die Nutzung der Räume zahlen, wenn der Bürgertreff geschlossen ist. "Und jetzt sollen wir den Zuschuss noch erhöhen, da sollten wir vielleicht mal über Alternativen sprechen", sagte Schäfer. Die Rechnung sei vielleicht für die ÖkuIni zielführend, nicht aber für die Stadt, kritisierte Schäfer. Er fordert veränderte Bedingungen, damit die Räume im Bürgertreff mehr genutzt werden und mehr Personen erreicht. "Für die Vereine an der Wupper gibt es überhaupt keine Zuschüsse, dabei lässt die Präsenz der ÖkuIni sehr zu wünschen übrig", sagte Schäfer. Der Verein integriere zwar die Menschen, das sei eine feine Sache. "Aber es muss sich was ändern, damit sich eine Zuschusserhöhung rechtfertigen lässt", sagte Schäfer.

Dezernentin Ute Butz schlug vor, zur nächsten Sitzung einen Vertreter der ÖkuIni einzuladen. Wolf-Reiner Winterhagen, Vorsitzender des Seniorenbeirates, bat darum, den Schatz, den die Stadt mit dem Bürgertreff habe, nicht leichtfertig aufzugeben. Sicher könnte das Angebot der ÖkuIni verbessert werden, meinte auch er.

"Die Ansprüche von Senioren verändern sich, aber wir sollten die Institution an sich nicht in Frage stellen", sagte Winterhagen. Dem schloss sich auch die CDU an.

Quelle: RP
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