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Ostern Starke Frauen
Offen mit Ängsten umgehen

2007 erkrankten Ute Neumann und Nadja Ferlic an Brustkrebs. Die Frauen haben die Krankheit ganz unterschiedlich erlebt, aber beide ihren Weg gefunden, damit umzugehen. "Ich bin nicht sofort in den Gesprächskreis gekommen, weil ich nicht der Typ bin, der Selbsthilfegruppen besucht. Ich habe nach meiner Krankheit aber gemerkt, dass ich Unterstützung brauche", sagt Nadja Ferlic. Sie erkrankte sehr jung mit 31 Jahren an Brustkrebs und hat im Gesprächskreis von Sabine Schmidt Halt gefunden. "Hier hat niemand schlaue Sprüche für dich oder Berührungsängste. Ich habe die Ängste der anderen unterschätzt. Angehörige wollen dir helfen, können es aber nicht. Das ist ein großes Problem", sagt sie.

Ute Neumann hat nicht nur aus dem Gesprächskreis Kraft geschöpft, sondern auch aus ihrem Haustier. "Mein Hund hat mich aufgemuntert und mich getröstet. Tiere sind sensibel und können auf Bedürfnisse eingehen", sagt die 51-Jährige. Beide Frauen haben sich durch ihre Krankheit verändert und sind stärker geworden.

"Stärke bedeutet, dass man auch Schwäche zulässt und offen mit seinen Ängsten umgeht", sagt Ferlic. Ihr neues Lebensmotto lautet "Lerne zu leben und lebe." Für Ute Neumann war es schwer, mit dem veränderten Aussehen während der Chemotherapie zurechtzukommen. "Wenn man alle Haare verliert, ist das nicht leicht. Das klassische Schönheitsideal einer Frau kann man nicht mehr erfüllen. Das ist eine Extremsituation." Besonders stark hat sie sich gefühlt, als sie den Erwartungen und Ansprüchen der Gesellschaft nicht mehr gerecht werden wollte. "Man geht selbstbewusst mit der Krankheit um."

(trei)
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