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Ansichtssache
Ohne Ehrenamt würde in Rade nur noch wenig laufen

Ansichtssache: Ohne Ehrenamt würde in Rade nur noch wenig laufen
FOTO: Moll Jürgen
Meinung | Radevormwald. "Burglind", Kulturkreis, Ehrenamt und Kinderärztlicher Notdienst - das sind einige Stichworte, die in dieser Woche die Leser bewegten. Von Udo Teifel

Die Gemeinschaft der Feuerwehr wird gern von Unwissenden belächelt. Ja oftmals wird gar die Nase gerümpft. Wenn sie sich in ihren Unterkünften treffen, in ihren Uniformen und Stiefeln über die Straße stapfen, hierarchisch organisiert. Wer will schon so seine Freizeit verbringen? Stress gibt es doch im Beruf genügend. Zu ihren Festen kommen alle gern, aber mit anpacken? Nee!

Doch diese Männer und Frauen sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Besonders die Mitglieder in den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr. 24 Stunden am Tag das ganz Jahr erreichbar, sofern sie in Radevormwald leben. Ins Feuer gehen, wenn Leben bedroht ist. Menschen aus Autowracks retten. Und das alles für einen Händedruck, für ein Dankeschön. Ihr ehrenamtliches Engagement wird längst als selbstverständlich hingenommen. Sie haben einfach da zu sein, wenn der Keller voll Wasser läuft oder der Sturm Bäume umgeknickt hat.

Doch das verantwortungsvolle Wirken dieser Männer und Frauen kann nicht einfach aus dem Ärmel geschüttet werden. Lehrgänge, Kurse, Weiterbildung über Jahre. Alles in der Freizeit. Für die Gesellschaft. Daran sollte jeder denken, wenn er nur ansatzweise die Stirn runzelt. Oder gar Chaoten sieht, die diese Helfer angreifen.

Kultur in der Provinz - das ist ein hartes Stück Arbeit. Zu nah sind die Großstädte, wo Profis die Fäden in der Hand halten und wo hohe Summen fließen, damit Promis auf die Bühne kommen. Aber selbst mit Lennep, Remscheid und Wermelskirchen ist die Konkurrenz groß. Diese Städte konkurrieren schon mit den Großstädten. Da hat es Radevormwald schwer. Denn der Kulturkreis stemmt sein Programm mit Ehrenamtlichen. Einer davon ist Michael Teckentrup. Theater und Shows - die Stadt hat dank dieses Engagements eine lebendige Kultur zu bieten. Und mit den Kulturtreibenden der Nachbarstädte gibt es jetzt ein gemeinsames Abo - diese Zusammenarbeit ist wichtig, um zu überleben. Ein paar mehr Sponsoren täten dem Kulturkreis gut, um das Programm zu erweitern. Vielleicht lassen sich in 2018 Menschen dieser Stadt überzeugen, hier tätig zu werden.

Eine Entwicklung, bei der einem der Schauer über den Rücken laufen kann: Wer am Wochenende zum Notdienst muss, muss weitere Wege in Kauf nehmen. Das gilt für den allgemeinen Notdienst ebenso wie für den Kinderärztlichen Notdienst. Die Notfallpraxis ist am Wochenende in Wipperfürth mit heimischen Ärzten besetzt. Ein Grund für diese Konzentration: Es gibt immer weniger Fachärzte, die sich am Notdienst beteiligen.

Im Umkehrschluss meiden viele dann den Weg in den Notfallpraxen und gehen gleich in die Notfallambulanz des Krankenhauses. Aber mit Husten oder Fieber? Die Ambulanzen sind häufig überfüllt und haben immer weniger Zeit für die schweren Fälle. Eine Entwicklung, die aber von der Politik anscheinend nicht wahrgenommen wird. Der ländlich strukturierte Nordkreis hinkt in manchen Dingen hinterher. aber wenn es um Gesundheit geht, müssen Sorgen ernst genommen werden. Zeitnah!

Quelle: RP
 
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