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Ansichtssache
Ohne Satzung wächst die Gefahr für einen Kahlschlag

Ansichtssache: Ohne Satzung wächst die Gefahr für einen Kahlschlag
FOTO: Moll Jürgen
Meinung | Radevormwald. Baumschutzsatzung und Stadtentwicklung - das waren die beherrschenden Themen diese Woche in Radevormwald. Schade, dass es mit dem Eislaufen auf dem Uelfebad noch nicht klappt. Von Joachim Rüttgen

Wer die Diskussion um die Baumschutzsatzung im Fachausschuss verfolgt hat, erlebte turbulente 45 Minuten und einen politischen Schlagabtausch, der mitunter auch nicht immer nur sachlich geführt wurde. Aber das bringt so ein brisantes und emotionales Thema eben auch mit sich. Erstaunlich: Selbst innerhalb der Fraktionen gibt es kein einheitliches Meinungsbild, so dass die CDU die Abstimmung freigab und keinen Fraktionszwang aussprach. Bei diesem Thema dürfte es eigentlich keine Enthaltungen geben, denn entweder man ist für die Satzung oder dagegen. Und das ist eben Ansichtssache. Klar, es mag Beispiele aus anderen Städten geben, in denen es ohne Satzung klappt, Bäume zu schützen. In Radevormwald funktioniert das aber ganz offensichtlich nicht, wie das Bauverwaltungsamt anhand von Fotobeispielen unter Beweis stellte. Da wächst die Sorge, dass es ohne entsprechende Satzung verstärkt zu einem Kahlschlag in der Stadt kommen könnte. Und da bietet eine Satzung eben den nötigen Schutz - oder zumindest rechtliche Handhabe gegen die, die sich über die Vorgaben hinwegsetzen. Das sollte der Rat bei seiner Abstimmung am Dienstag beachten.

Bei der Stadtentwicklung ist Radevormwald auf einem guten Weg. Es gibt bereits sichtbare Zeichen einer Verbesserung. Und durch das Integrierte Handlungskonzept gibt es weitere Möglichkeiten, das Erscheinungsbild zu verbessern und die Bergstadt für die Zukunft zu rüsten. Da reicht alles aber nicht aus, wenn die beteiligten und betroffenen Akteure nicht mitziehen. Das hat Citymanager Dr. Siegbert Panteleit im Fachausschuss mehrfach betont. In erster Linie geht es um die Einzelhändler und Vermieter in der Innenstadt, die wesentlich die Gestaltung der Stadt und das Erscheinungsbild prägen. Hier muss das Bewusstsein für die große Verantwortung in den nächsten Jahren weiter wachsen. Dafür braucht es aber die tatkräftige Unterstützung von außen. Denn alleine können Händler und Vermieter auch nichts ausrichten.

Schlechte Nachrichten gibt es derweil für alle Schlittschuhfans: Denn für sie gibt es vorerst keine Chance auf vergnügliche Stunden auf dem zugefrorenen Uelfebad. Es ist schlichtweg nicht kalt genug, um langfristig zu planen. Und so lange das nicht gewährleistet ist, wäre es auch viel zu gefährlich, Schlittschuhlaufen auf dem Uelfebad zu erlauben. Hier geht die Sicherheit ganz klar vor dem Eisvergnügen. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, das Thema im Blick zu halten - und wer weiß, vielleicht klappt es ja doch noch mit dem Eislaufen...

Quelle: RP
 
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