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Heißer Draht
Ohnmacht vor dem Schulweg-Chaos

Radevormwald. Radevormwald (wos) "Die Situation ist unerträglich." Das berichten mehrere Anwohner, die im Schulzentrum entweder an der Hermann- oder Albertstraße wohnen. Die Situation ist morgens in der dreiviertel Stunde vor 8 Uhr "inzwischen nur noch nervend", heißt es. Briefe an den Bürgermeister und zuständige Stellen im Rathaus seien zum Teil ohne Antwort geblieben.

Die Bewohner müssten morgens bis zu einer halben Stunde früher losfahren, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Ursache der teilweise chaotischen Verkehrssituation ist wie seit Jahrzehnten die Ankunft von Lehrern und Schülern und vermehrt besonders von zahlreichen Eltern, die ihre Kinder mit dem Wagen bis zu einem der drei Schulgebäude bringen. Das verstopft die Straße. "Mittags sind die Probleme nur punktuell, da es verschiedene Unterrichtsendzeiten gibt", sagt Ordnungsamtsleiter Jochen Knorz. Er hat sich in den vergangenen Wochen mit seinen Mitarbeitern und der Polizei noch einmal intensiv mit der Straße und der Situation morgens befasst. Sein Fazit: "Bei den aktuellen baulichen Gegebenheiten können wir nichts tun." Allen sei aber die schwierige Lage für die Anwohner bewusst.

Eine Anliegerregelung scheidet aus, weil Schüler, Eltern und Lehrer auch Anlieger sind. Eine Anwohnerregelung scheidet aus, weil drei Schulen, zwei Hallen und ein Sportplatz nicht mehr zu erreichen wären. "Der Idealfall wäre eine, auch nur zeitweilige Ableitung zur Mühlenstraße", sagt Knorz. Der Verkehrsabfluss über die Baustraße, die für den Sportlatz benötigt wurde, sei von den Behörden in Gummersbach nicht genehmigt worden. Auch sehe der Kreis keine dringende Notwendigkeit zum Bau. Darüber war vor dem Bau des Sportplatzes gesprochen worden. Für das Haushaltssicherungskonzept mit Haushaltsausgleich bis 2022 ist der Abschnitt von der Politik wegen fehlender Mittel aus Kostengründen nicht geplant. Zusammen mit der Polizei habe man die Straße besonders seit dem Umzug der Grundschule Stadt noch mehr im Blick. "Im Kontakt mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband sind von dort und auch von den Fahrern keine Probleme mitgeteilt worden. Auch für den Rettungsweg sind alle Zeiten ausreichend und alle Bereiche zu erreichen", sagt Knorz. Der ruhende Verkehr werde laufend kontrolliert, falsches Parken verfolgt. Die Polizei sehe die Unfallgefahr für Fußgänger durch den langsam fließenden Verkehr bei fast null.

In der Sitzung des Schulausschusses hatte Bürgermeister Johannes Mans erklärt, die Stadt werde nicht tätig. Durch die Verlangsamung des Verkehrs habe es bisher keine Unfälle gegeben. Eine andere Verkehrslenkung schloss Mans aus.

Im Dezember, am ersten Schultag der GGS Stadt im Ausweichquartier Hermannstraße, hatte der damals ein paar Wochen im Amt weilende Bürgermeister erklärt, man müsse über andere Verkehrsregelungen nachdenken. Einen Ausweg scheint er nicht zu haben, ist seiner Äußerung im Schulausschuss zu entnehmen. Alle appellieren an die Eltern, die Straße morgens zu meiden. "Die Lage ist mit Blick auf die Gesamtsituation nicht zu ändern", wiederholt Jochen Knorz.

Quelle: RP
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