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Radevormwald
Orgelkonzert begeistert die Zuhörer

Radevormwald. Den Abschluss des Kirchenjahres setzten am Sonntag Orgelklänge der gehobenen Klasse in der lutherischen Kirche an der Burgstraße. Kantor Martin Scheibner und der Radevormwalder Organist Ben Ungermann, heute in Erkrath-Hochdahl zu Hause, gaben einen musikalischen Einblick zum "Ewigkeitssonntag" in die Orgelmusik von Bach samt dessen Sohn.

"Wir haben diese Stücke gemeinsam ausgewählt. Die beiden Werke, die ich spiele, gehören zu meinen Lieblingsstücken", sagte Scheibner. Für Ungermann war es keine Premiere, an der Orgel mit der mechanischen Traktur und der Setzer-Registraturanlage Platz zu nehmen. Er ist mit dem großen Kircheninstrument vertraut. Im Wechsel zeigten die beiden Organisten ihre große Fingerfertigkeit auf den Tasten und präsentierten die sehr anspruchsvollen Stücke wahrlich meisterhaft. Vermutlich hätte sich Johann Sebastian Bach über das Vorspiel seiner Werke sehr gefreut, wurden diese von der guten Akustik der Kirche doch bereichert. Da schien die Auswahl zweier der bedeutendsten Choralvariationen von Vater Johann Sebastian Bach geradezu willkommen zu sein.

Die Besucher, die durch den ersten Schnee zur Kirche gekommen waren, wurden reichlich belohnt. Scheibner zeigte den facettenreichen Choral "Toccata in d dorisch" zu Beginn des Orgelkonzerts. Laut und fast dramatisch waren die anfänglichen Takte zu hören, abgelöst von sanften "Tonwirbeln", die dann langsam in geordneter Melodie übersetzten. Fast wellenförmig war dieses Werk zu hören, dessen Tonfolgen dem Organisten offensichtlich viel Bewegungsfreiheit auf der Orgelbank abverlangten.

Ungermann setzte dann mit der Partita über den Choral "O Gott, du Frommer Gott" nach der Lesung das Programm fort. Das Werk lud zum aufmerksamen Zuhören ein und nahm jeden Gast musikalisch sanft mit auf eine Reise. "Von guten Mächten treu und still umgeben", hieß das Lied, das von allen Konzertbesuchern gemeinsam gesungen und von Ungermann an der Orgel begleitet wurde. Eine weitere Partita über einen Choral, hier "Sei gegrüßet, Jesu gütig", gehört zu jenen Werken, die Scheibner besonders ins Herz geschlossen hat. Er schien, das Spiel an der Orgel zu genießen. Die Gäste konnten in einem Beiblatt zum Programm lesen, welche Sätze und Skalen hier verlangt wurden.

Mit einem Stück von Carl Philipp Emmanuel Bach trumpfte am Ende des Konzerts dann noch einmal Ungermann auf. Die Sonate a-moll hatte er als Abschluss ausgewählt. Das Stück des Sohnes von Johann Sebastian Bach war von ruhiger Harmonie geprägt und hatte fast schon etwas besinnlichen Charakter.

(sig)
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