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Radevormwald
Parkinson wird oft spät diagnostiziert

Radevormwald: Parkinson wird oft spät diagnostiziert
Agnes Hombrecher hatte Professor Wolfgang Greulich und Professor Hans-Joachim Braune zum 25-jährigen Bestehen der Parkinson-Selbsthilfegruppe an die Dahlienstraße eingeladen. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Die Selbsthilfegruppe Parkinson trifft sich seit 25 Jahren regelmäßig donnerstags im Seniorenwohnzentrum an der Ülfestraße, um Betroffenen und Angehörigen das Leben zu erleichtern. Heute wird sie geleitet von Agnes Hombrecher. Von Marion Gerdel

Seit 25 Jahren gibt es inzwischen die Parkinson-Selbsthilfegruppe. Der Hückeswagener Bürgermeister Dietmar Persian und der stellvertretende Rader Bürgermeister, Ralf-Udo Krapp, überbrachten Glückwünsche, unterstützt von Barbara Sonntag, der Landesbeauftragten der Deutschen Parkinson Vereinigung.

Jeder Patient, der vom Arzt die Diagnose "Parkinson" gestellt bekommt, reagiert mit Schreck und Zukunftsängsten. Diese Reaktion kennt Agnes Hombrecher nur zu gut. Seit vier Jahren leitet sie die Selbsthilfegruppe, die 1990 von Irene Hellmer gegründet wurde. Sie versucht, Betroffenen und Angehörigen Mut zuzusprechen, mit dieser Krankheit zu leben.

Birgit Dreßen, seit 30 Jahren aktiv in der Parkinson-Vereinigung und einige Jahre Leiterin der Gruppe, berichtete über die Geschichte und die Schwierigkeiten, mit denen an Parkinson Erkrankte zu kämpfen hatten und immer noch kämpfen.

"Heute profitieren wir davon, dass sich inzwischen auch viele Prominente, allen voran der Schauspieler Michael J. Fox, zu Parkinson bekannt haben. Das nimmt vielen Menschen, die die Symptome nicht deuten konnten, die Angst im Umgang mit Betroffenen", weiß Agnes Hombrecher, deren Ehemann selbst seit einigen Jahren Parkinson-Patient ist.

1817 wurde die Krankheit zum ersten Mal vom englischen Arzt James Parkinson beschrieben. Symptome wie Muskelsteifheit, Gang- und Gleichgewichtsstörungen sowie das bekannte Zittern, von dem die Krankheit auch ihren früheren Namen "Schüttellähmung" hat, werden seither dieser Krankheit zugeschrieben. Prof. Dr. Wolfgang Greulich berichtete über die Therapieentwicklung, Professor Dr. Hans-Joachim Braune von der Remscheider Tannenhof-Klinik bewies, dass es durchaus auch für an Parkinson Erkrankte möglich ist, ihren Humor zu behalten. "Man muss drei Mal am Tag lachen können. Ich garantiere auch, dass das keine Nebenwirkungen hat."

"Leider wird die Krankheit heute immer noch sehr spät diagnostiziert", bedauert Agnes Hombrecher. "Die typischen Symptome kommen erst, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist. Daher sollten schon die ersten Anzeichen beachtet werden", rät sie. "Zum Beispiel sollte man, wenn man schlecht riechen kann, Verdauungs- oder Schlafstörungen hat, den Hausarzt um Rat fragen. Das können, müssen aber nicht, erste Anzeichen für eine Parkinson-Erkrankung sein."

Steht die Diagnose, ist es wichtig, den Verwandten- und Bekanntenkreis zu informieren. "So werden Missverständnisse vermieden, die häufig aufkommen, wenn die typischen Symptome nicht der Krankheit, sondern zum Beispiel einem erhöhten Alkoholgenuss zugeschrieben werden." Als nächster Schritt sollte der Weg in eine Selbsthilfegruppe führen. "Es ist sehr wichtig, dass auch die nächsten Angehörigen an den Reha-Stunden teilnehmen", sagt Agnes Hombrecher. "Hier lernt man, dass man mit seinen Sorgen und Problemen nicht allein steht." Neben dem Reha-Sport stehen Gespräch und das sich an die Sportstunde anschließende Kaffeetrinken im Vordergrund.

Bis heute ist die Parkinson-Krankheit nicht heilbar, aber es gibt mittlerweile gute Medikamente, die den Krankheitsverlauf zumindest verlangsamen können. "Die internationale Forschung ist auf einem guten Weg", gibt sich Agnes Hombrecher optimistisch.

Quelle: RP
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