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Radevormwald
Perspektiven für das Museum schaffen

Radevormwald: Perspektiven für das Museum schaffen
Führungen durch das Wülfingmuseum in der Dahlerauer Textilstadt erfreuen sich großer Beliebtheit. Trotzdem muss systematisch auch an der Ausstellung gearbeitet werden. FOTO: Jürgen Moll (Archiv).
Radevormwald. Der Remscheider Historiker Jörg Holtschneider ist seit einigen Wochen Vorsitzender des Vereins für das Wülfingmuseum. Er möchte neue Wege einschlagen und sucht dafür besonders auch engagierte, jüngere Mitstreiter. Von Wolfgang Scholl

Das Museum Wülfing weiter zu entwickeln, das bezeichnet Jörg Holtschneider als eine sehr interessante Aufgabe, "die aber auch nicht ganz einfach ist", sagt er. Von 2008 bis 2010 war er beruflich an der Museumskonzeption und der Umsetzung beteiligt, später ehrenamtlich. Vor zwei Jahren ist er in den Vorstand gewählt worden, nun ist er Vorsitzender.

"Ich habe jetzt diese ehrenamtliche Aufgabe", sagt er und verweist auch auf seine Tätigkeiten im Bergischen Geschichtsverein als stellvertretender Gesamtvorsitzender. Für Wülfing hat Holtschneider bisher seine Aufgabe darin gesehen, dass das Museumskonzept nicht verwässert wird. Zusammen mit Vertreterin Karola Johnen, die sich um die Cafeteria kümmert, sollen in der Nachfolge von Rosemarie Kötter in nächster Zeit neue Akzente gesetzt werden. "Es gilt, das Museum mehr zu beleben. Wir haben gute Ansätze, weil wir ehrenamtlich arbeitend so viele Gäste begrüßen können wie das Deutsche Werkzeugmuseum in Remscheid", sagt Holtschneider.

Orientieren möchte er sich am Freudenthaler Sensenhammer in Leverkusen-Schlebusch. Dort sei es gelungen, mit einem neuen Konzept und kulturellen Angeboten finanziell so zu wirtschaften, dass die Organisation teilweise mit Honrarkräften finanziert werden kann. "Wir müssen dabei unsere angestammten älteren Museumsmitarbeiter mitnehmen, aber auch neue Leute gewinnen, die sich zum Beispiel an dem Kulturkonzept beteiligen und darüber vielleicht den Weg auch zur Ausstellung finden", sagt Holtschneider.

Er sagt aber auch: Gäste bedeuten Pkw, und dafür muss es Parkplätze geben. Außerdem müsse es gelingen, einen entsprechenden Raum für die kulturellen Aktivitäten zu schaffen. "Kleine Bands könnten in der Cafeteria spielen", sagt der neue Vereinsvorsitzende. Solche Veranstaltungen müssten ein paar Euro einspielen, die wieder für weitere Akzente eingesetzt werden könnten.

Vergleichbare Vorschläge hat auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Dietmar Stark im Ausschuss für Kultur und Tourismus unterbreitet. Der Ausschuss und später auch der Bauausschuss hatten dafür votiert und in einem ersten Schritt die Trennung von Museum und Cafeteria durch eine Glaswand gefordert. Julia Gottlieb als Baudezernentin hatte eine Bearbeitung zugesagt, sobald die Förderung der Wülfing-Sanierung durch die Bezirksregierung wieder aufgenommen ist. Dazu erklärte gestern Bürgermeister Dr. Josef Korsten, dass es aus Köln noch keine Neuigkeiten gebe seit der Übergabe der Unterlagen wegen der Vergabevorgänge seit 2007.

Beleben könne man den Raum auch, indem dort Ausstellungen oder Vorträge stattfänden. Holtschneider will dazu mit Geschichtsfreunden Kontakt aufnehmen. Thema werden auch verlängerte Öffnungszeiten sein. Da schränkt Holtschneider aber ein: "Wir haben 70 Mitglieder, von denen etwa zehn richtig aktiv sind. Die Öffnung des Museums an vier oder fünf Tagen ist wohl nicht zu schaffen." Ein Handicap habe sich vor der Hundertwasser-Ausstellung (ab 22. August) gezeigt. Die Etage über dem Wülfingmuseum sei nicht nutzbar. So sei die Ausstellung in die Räume des Investors Bartels abgewandert. Der Vorteil: Man habe dort einen Platz finden können, um Leute in die Wupperorte zu holen. Hoffnung setzt Holtschneider auf einen dauerhaft besseren Kontakt zwischen Museumsverein und Stadtverwaltung. Im Zuge dieser Gespräche soll auch das Thema Dauer der Betriebsgenehmigung angesprochen werden. Holtschneider fordert, dass der Verein mit seinen Ideen bei einer Neuplanung des städtischen Teils der Wülfing-Sanierung Gehör findet.

"Zuletzt haben wir noch die Aufgabe, das Museum aus seinem Dornröschenschlaf zu holen und es in der gesamten Region bekannter zu machen. Da soll mit den drei bergischen Großstädten und den bergischen Tourismus-Organisationen Kontakt aufgenommen werden. "Ehrenamtlich wird das seine Zeit in Anspruch nehmen", sagt Holtschneider.

Quelle: RP
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