| 00.00 Uhr

Radevormwald
Polizei erhöht den Druck auf Lkw-Fahrer

Radevormwald. Auf der Autobahn 1 vor dem Leverkusener Kreuz sollen Lastwagen künftig häufiger und gezielter kontrolliert werden. Von Sebastian Fuhrmann

Für einen schwedischen Brummifahrer endete seine Fahrt gen Süden gestern vorerst in den Federn. Polizisten zogen den Mann am Vormittag auf der Autobahn 1 bei Leverkusen aus dem Verkehr. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Schwede schon seit 21 Stunden hinterm Steuer gesessen hatte. Beamte brachten den Mann an ein ruhiges Plätzchen, wo er ein ausgiebiges Nickerchen machen sollte. Der Schwede war einer von Dutzenden Lkw-Fahrern, den die Polizei bei einer Schwerpunktkontrolle auf den Autobahnen rund um Köln und speziell an der A 1 zwischen Burscheid und dem Leverkusener Kreuz an der Weiterfahrt hinderten. Dort wollen die Beamten künftig deutlich präsenter sein. "Wir wollen den Druck auf Lkw-Fahrer erhöhen", sagte Martin Lotz, der Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei Köln. Aus Sicht der Behörde kommt es auch deswegen immer wieder zu schwersten Unfällen, weil sich Brummi-Fahrer nicht an Regeln halten. 42 Unfälle, an denen Lkw beteiligt waren, zählte die Polizei 2017 auf dem Streckenabschnitt. Elf Mal wurden Menschen verletzt.

Zwischen 10 und 17 Uhr zog die Polizei 48 Lkw-Fahrer aus dem Verkehr, 36 Fahrer verstießen gegen Regeln, vier durften nicht weiterfahren. Sieben Mal waren Lkw-Fahrer zu schnell unterwegs, drei Fahrer waren nicht angeschnallt. 16 Mal wurden Ruhezeiten nicht eingehalten, drei Fahrzeuge hatten grobe technische Mängel, drei Lkw waren überladen, zehn Mal war die Ladung nicht richtig gesichert, 24 Fahrer wurden angehalten, weil sie zu schnell waren. "Eigentlich müssten wir jeden Tag so kontrollieren wie heute, aber dazu haben wir nicht die Möglichkeiten", sagte Lotz.

50 Polizisten und zusätzlich Kräfte des Zolls waren an den Kontrollen beteiligt. Von einer Autobahnbrücke aus wurden die Brummi-Fahrer und deren Verstöße gefilmt. Einige wurden von Motorradstreifen direkt zur Niederlassung des Landesbetriebs Straßen.NRW in Opladen eskortiert, wo die Fahrzeuge überprüft wurden. Die von der Kamera aufgezeichneten Bilder flimmerten in den Wagen der Hauptkommissare Josef Klein und Norbert Behm, die den Sündern bei Bedarf ihre Verstöße vorspielten.

Die vermehrten Überprüfungen sollen sich in Zukunft vor allem gegen Lkw-Fahrer aus dem Ausland richten. Das war auch gestern so. Deswegen waren mehr mehrsprachige Polizisten im Einsatz, die die Sünder gezielt in deren Muttersprachen anredeten. "Bei Spediteuren aus der Umgebung ist die Gefahr auf der A 1 bekannt, bei denen aus dem Ausland nicht. Wir hoffen, dass sich die Kontrollen bald herumsprechen", sagte Martin Lotz.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Radevormwald: Polizei erhöht den Druck auf Lkw-Fahrer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.