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Radevormwald
Premiere: Realschule ohne fünfte Klasse

Radevormwald: Premiere: Realschule ohne fünfte Klasse
Claus Peter Wirth bereitet sich auf das neue Schuljahr vor. Als Konrektor wird der Lehrer für Mathe, Informatik und Physik zwei Kurse mit jeweils sechs Stunden pro Woche unterrichten - plus zwei Förderstunden in Mathematik. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Die Vorbereitungen fürs neue Schuljahr laufen auf Hochtouren. Der stellvertretende Schulleiter Claus Peter Wirth freut sich, dass die Stadt die auslaufende Schule weiter unterstützt. So wurde die Medienausstattung jetzt komplett erneuert. Von Joachim Rüttgen

In einer Woche beginnt das neue Schuljahr. Dafür sieht der Schreibtisch von Claus Peter Wirth noch erstaunlich aufgeräumt aus. "Ich kann aber auch anders", sagt er und lacht. Nachdem der ehemalige Leiter Ralf Grünewald die Schule in Richtung Realschule Lindlar verlassen hat, ist Wirth stellvertretender Schulleiter und Konrektor - und mithin hauptverantwortlich. Er nutzt jeden Tag, um sich auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen vorzubereiten. Montag geht's los mit Konferenzen, Dienstag folgen mündliche Nachprüfungen, Mittwoch startet der Unterricht - erstmals ohne fünfte Klassen, denn die Realschule läuft in fünf Jahren aus, weil sich Politik und Eltern für die Sekundarschule entschieden haben.

Organisatorisch ist das eine Erleichterung, aber es bleibt ein komisches Gefühl", sagt Wirth. Er möchte den Blick nach vorne richten und sich auf die positiven Dinge konzentrieren. "Wir müssen die Chancen erkennen", sagt er. Wichtig für ihn: Die Stadt hat die Schule nicht hängen lassen, sondern zeigt Verantwortung. "An vielen Stellen ist es in der Vorbereitung viel besser gelaufen als gedacht", lobt Wirth. So wurde die Medienausstattung in den PC-Räumen erneuert, obwohl das laut Medienentwicklungsplan gar nicht so vorgesehen war. Auch ein Laptopwagen erleichtert künftig das Arbeiten.

Kleinere Baustellen gibt es nach Angaben von Wirth im Außenbereich, wo die Umkleideräume für den neuen Sportplatz entstanden sind. Eine weitere befindet sich auf dem Schulhof, auf dem die Beton-Ummantelung eines Baumes eine Gefahrenstelle darstellt.

Mit der personellen Ausstattung ist Wirth sehr zufrieden. Da es zu Beginn des neuen Schuljahres einige Krankheitsfälle geben wird, hat die Bezirksregierung Vertretungsregelungen genehmigt. Ansonsten gibt es kaum Fluktuation. Engpässe sieht Wirth nicht, auch keine Unterrichtsausfälle. Sukzessive erwartet er in nächster Zeit aber schon vermehrt Kollegen, die sich wegbewerben werden. "Da werden wir ständig im Gespräch sein. Es ist auch Vorgabe der Bezirksregierung, Personalentwicklungsgespräche zu führen", sagt er. Hier müsse er den Ausgleich zwischen den Interessen der Kollegen und den Interessen der Schule finden. Wirth erwartet eine Gratwanderung. "Das wird ein ständiger Abwägungsprozess, ich werde oft jonglieren müssen", sagt er.

Für ihn sei die neue Arbeit spannend und eine andere Art von Schulleitung. "Bislang drehte es sich immer um Schulentwicklung, Perspektiven und Profilierung. Jetzt geht es um den Erhalt und dass wir weiter eine vernünftige pädagogische Ausbildung garantieren", sagt Wirth. Schulentwicklung bedeutet für ihn auch Inklusion und die Betreuung der Flüchtlingskinder. "Bei der Inklusion von derzeit zwölf Schülern müssen wir einen Rückschlag hinnehmen, denn die Vollzeitstelle wurde auf eine Viertelstelle reduziert. Das sind nur noch sieben Stunden, denn der Kollege ist auch an der Sekundarschule und an der Förderschule tätig", sagt Wirth.

Die Realschule wird zum neuen Schuljahr 17 Flüchtlingskinder und sechs Mädchen und Jungen aus anderen europäischen Ländern mit fehlenden Deutschkenntnissen betreuen. "Wir sind für diese Herausforderungen gut aufgestellt", kündigt Wirth an. Neu ist, dass die Kooperation mit der Musikschule bei der Popmusik-Klasse bis Klasse sieben erweitert wird.

Quelle: RP
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