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Radevormwald
Projektwoche zur Integration verbindet

Radevormwald: Projektwoche zur Integration verbindet
Mohammad arbeitet an der Treppenanlage an der Neustraße gemeinsam mit Azubis der Deutschen Post. Die Teilnehmer lernten sich bei einer Draisinenfahrt entlang der Wupper kennen. FOTO: flora treiber
Radevormwald. Diese Woche führt die Post mit Ehrenamtsinitiativen eine Projektwoche zur Integration geflüchteter Menschen durch. Beteiligt sind auch 60 Auszubildende. Gestern arbeiteten sie an der Flüchtlingsunterkunft Blumenstraße/Neustraße. Von Flora Treiber

Zum Thema "Antidiskriminierung und Integration von geflüchteten Menschen" haben DHL und die Deutsche Post eine Projektwoche organisiert, die diese Woche in Radevormwald stattfindet. 60 Auszubildende der Unternehmen haben am Montag die Jugendbildungsstätte an der Telegrafenstraße bezogen und 20 Flüchtlinge kennengelernt, die in Radevormwald leben.

Unterstützt wird die Projektwoche von örtlichen Ehrenamtsinitiativen, wie Weitblick, dem Verein "Runder Tisch gegen Rechts" und der Rader Flüchtlingshilfe. "Im Vordergrund steht das Kennenlernen. Wir wollen die jungen Menschen zusammenführen und Hemmungen auf beiden Seiten abbauen", sagt Projektleiter Giovanni Esposito.

Mohammad ist 22 Jahre alt und aus Syrien nach Deutschland gekommen. Das war vor zwei Jahren. Für ihn ist die Projektwoche eine Möglichkeit, seine Geschichte mit anderen zu teilen und neue Freunde zu finden. Obwohl er selber nicht mehr in einem Flüchtlingsheim wohnt, sondern mittlerweile in einer eigenen Wohnung, hilft er, diese Woche die Unterkünfte an der Neustraße und der Blumenstraße zu renovieren. "Ich habe meine Geschichte mit den Azubis geteilt und habe gemerkt, dass sie aufmerksam zugehört haben. Sie haben Interesse gezeigt und waren berührt", erzählt Mohammad. Er, die anderen Flüchtlinge und die Azubis lernten sich am Dienstag bei einer Draisinenfahrt entlang der Wupper noch besser kennen und fingen gestern mit den Renovierungsarbeiten an. "Ich finde das Projekt toll. Außerdem ist es interessant, mal Kontakt mit geflüchteten Menschen zu bekommen und zu hören, wie ihr Leben jetzt wirklich aussieht", sagt Pedro De Sousa, seit dieser Woche Azubi bei der Deutschen Post. Während der Projektwoche wurden Unterkünfte von innen gestrichen, die Treppenanlagen überarbeitet und die Gärten von Unkraut befreit und neu bepflanzt.

Guido Musial ist nicht nur der Vorsitzende von Tuspo Dahlhausen, sondern auch Malermeister. Sein Betrieb unterstützt die Renovierungsarbeiten im Rahmen der Projektwoche und stellt die Materialien. "Das ist mein Weg und der Weg des Vereins, ehrenamtlich aktiv zu werden und die Flüchtlingsarbeit zu unterstützen." Vermittler des Kontakts war Armin Barg, der sich mit dem "Runden Tisch" auch für die Projektwoche eingesetzt hat.

Mohammad ist dankbar. "Ohne diese Menschen hätte ich jetzt noch keine eigene Wohnung und könnte noch nicht so gut Deutsch sprechen", sagt er. Giovanni Esposito von der Deutschen Post lobt das Ehrenamt in Radevormwald. "Wir haben hier nur positive Erfahrungen gesammelt. Durch die Jugendbildungsstätte kennen wir die Stadt gut und haben die Projektwoche deswegen auch hierhin verlegt. Das war die richtige Entscheidung."

Nachdem gestern die ersten Renovierungsarbeiten angefangen hatten, geht es heute in die zweite Runde. Die Auszubildenden und Flüchtlinge sind in zwei Gruppen unterteilt, die immer im Wechsel renovieren oder Sport- und Bewegungsangebote in Anspruch nehmen. Diese Projektwoche ist mehr als die Überarbeitung der Flüchtlingsunterkünfte. "Wir fördern den Zusammenhalt durch Handwerk, Sport und Grillabende", sagt Esposito. Am Freitag reisen die Azubis der Post wieder ab, um ihre Ausbildung zu beginnen. Die Projektwoche war der Auftakt ihrer dreijährigen Ausbildungszeit.

Quelle: RP
 
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