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Heisser Draht
Quecksilber gelangt über Fische in die Nahrungskette

Radevormwald. BERGISCHES LAND (ball) Mit seiner besorgten Nachfrage hat Uwe Strack ein brisantes Thema aufgegriffen. Der Angler aus Hückeswagen hatte sich am "Heißen Draht" der BM gemeldet, weil ihn die Studien zur Quecksilber-Belastung von Fischen hatten aufhorchen lassen.

Quecksilber ist ein Stoff, der auch im Bergischen inzwischen fast überall vorkommt. Hauptverursacher sind laut Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbands, die Unternehmen, die in der Region zahlreich angesiedelt sind. "Sie stoßen Quecksilber aus, das sich über die Luft verbreitet und längst auch in anderen Umweltbereichen nachweisbar ist, wie zum Beispiel in den umliegenden Gewässern."

Stracks Angelgewässer ist die Bever-Talsperre. Er stellt sich die Frage, mit welchen Schadstoffen die Fische, die er und seine Kollegen daraus angeln, belastet sind. "Die Fische, die ich hier fange, werden von mir und natürlich auch von meinen Familienmitgliedern verzehrt." Das Landesumweltamt NRW hat in zahlreichen Flüssen untersucht, ob in den heimischen Fischen Schadstoffe zu finden sind. Auf Nachfrage der BM teilte der Wupperverband mit, dass die Umweltqualitätsnorm für Quecksilber in Fischen - 20 Mikrogramm, also ein Millionstel Gramm pro Kilogramm Fisch - überschritten wird. Aus den Untersuchungen des Umweltamtes geht hervor, dass dies auch für Seen und Talsperren der Region und somit auch für die Bever-Talsperre gilt.

"Angler holen jährlich bis zu zwei Tonnen Fisch aus der Bever", schätzt Strack. Diese landeten auf Küchentischen in der gesamten Region. Die Normüberschreitung gilt aber nicht nur für Gewässer in NRW oder in Deutschland. Ähnliche Ergebnisse brachten auch Untersuchungen in der Nordsee, der Ostsee, in Schweden, Österreich und Italien. "Es handelt sich um ein europäisches Problem", betont Susanne Fischer.

In einer Pressemitteilung schreibt das NRW-Umweltministerium, es sei wichtig, den Ausstoß von Quecksilber im Sinne einer langfristigen Vorsorge an der Quelle der Entstehung zu verringern. "Das Vorkommen von Quecksilber in Fischen ist ein Zeichen dafür, dass der in der gesamten Umwelt verbreitete Stoff auch bereits in lebenden Tieren vorkommt und somit in die Nahrungskette gelangt", sagt Susanne Fischer. Eine Empfehlung für die Verbraucher, auf Fisch aus den Gewässern in NRW zu verzichten, sei bisher allerdings von keiner Seite erfolgt.

Eine konkrete Empfehlung für Uwe Strack und alle anderen Fischliebhaber gibt es ebenfalls nicht. "Letztlich muss jeder für sich entscheiden, ob und in welcher Menge er Fische aus den Gewässern in der Region weiterhin verzehrt", sagt Susanne Fischer.

Quelle: RP
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