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Radevormwald
Rade macht mobil für Familie Duraku

Radevormwald: Rade macht mobil für Familie Duraku
Viele Rader unterstützten 2015 die 17-jährige Brikena. FOTO: hertgen (archiv)
Radevormwald. Vielen Radevormwaldern ist das Schicksal des 17-jährigen Flüchtlingsmädchens Brikena Duraku noch gut in Erinnerung: Tausende Menschen engagierten sich vergangenes Jahr mit einer Unterschriftenaktion und Spenden erfolgreich für den Verbleib des albanischen Mädchens in Deutschland. Sie sollte nach Ablehnung ihres Asylantrags alleine in die Heimat zurückkehren. Nun droht erneut die Trennung von der Familie: Denn jetzt flatterte ihren Eltern und Geschwistern die Ablehnung des Asylantrags ins Haus. Und wieder machen die Rader mobil.

6748 Unterschriften hat die von Brikenas Lehrer Hannes Ettwig gestartete Petition "Bleiberecht für Familie Duraku!" auf der Internetseite Change.org schon erreicht. 752 fehlen noch, um die selbstauferlegte Zielmarke von 7500 Unterstützern zu realisieren. Danach wird die Petition an den Landtag NRW geschickt. Die Hilfsbereitschaft sei wieder groß, sagt Heike Göbel, die die Familie betreut. Ebenso groß allerdings wie das Unverständnis über den Ablehnungsbescheid. Denn den Antrag auf Asyl hat die Familie im Frühjahr bereits zurückgezogen. "Dank der Spenden war es möglich, der Familie eine Rechtsanwältin an die Seite zu stellen. Und diese erklärte, dass im Fall der Familie nicht das Asylrecht greift, weil die Durakus in Albanien ja nicht von Krieg oder Verfolgung bedroht sind, sondern ein Bleiberecht nach der UN-Kinderrechtskonvention geltend gemacht werden kann", erklärt Göbel. Nach Deutschland gekommen ist die Familie nämlich, da Brikenas Schwester Sarah (14) unter spastischer Tetraparese leidet. Sie ist an den Rollstuhl gebunden und pflegebedürftig. In Albanien gilt sie mit Vollendung des zehnten Lebensjahres aber als austherapiert, weshalb ihr die Eltern in Deutschland eine bessere Versorgung ermöglichen wollten.

Die Ablehnung des Asylantrags kann sich Göbel nur mit Verzögerungen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erklären. Dagegen wurde nun Klage eingereicht. Göbel: "Wichtig ist aber, mit der Petition die Position der Familie zu stärken." Auch um Spenden für die Bezahlung des Rechtsbeistands wird gebeten. Weitere Informationen gibt es unter: www.change.org/p/bleiberecht-für-familie-duraku

(beaw)
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