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Radevormwald
Rader Fotograf taucht in die Bilderwelt der Schrotthalde ein

Radevormwald. Mit der Kamera des Vaters hat Gerd Mittendorf als Elfjähriger zum ersten Mal fotografiert. Die Leidenschaft für das Fotografieren hat den 77-jährigen Radevormwalder bis heute nicht verlassen. Wann immer es geht, treibt sich Mittendorf auf der Schrotthalde von Dirostahl in Lüttringhausen herum. Von Christian Peiseler

"Ich tanze dort mit meiner Kamera", sagt Mittendorf. Es ist ein Tanz, um Perspektiven zu entdecken, die dem Alltagsblick verborgen bleiben. "Wo haben Sie das denn gesehen?", fragte Roman Diederichs, Geschäftsführer von Dirostahl Mittendorf, als er die Fotografien im Ausstellungsraum der Technologie-Fabrik gesehen hat. Selbst der Stahlspezialist ist erstaunt über das Auge des Fotografen. Ist es ein Korallenriff? Lächelt das Männlein mit Hut? Ein Frauentorso aus Stahlschrott? In die Fotografien von Mittendorf lässt sich viel hineinlesen. Dem Hobbyfotografen gefallen die figürlichen Analogien. Die Ähnlichkeiten mit Figuren, die er in den Verwitterungsspuren auf der Halde sucht und findet, liegen auf den ersten Blick recht nahe.

Doch seine Arbeiten haben einen weiteren Reiz. Sie zeigen die Schönheit, die Geschmeidigkeit dieses Materials, dass den Alltag der Menschen begleitet und im Bergischen Land eine besondere Tradition hat. "Ich brauche Licht, Licht, Licht, wenn ich auf der Halde bin", sagt Mittendorf. Ohne Sonne ließen sich die Texturen aus Rost nicht auf der Innenseite einer alten Stahlscheibe erkennen. Die Farbenpracht des Korrosionsprozesses leuchtet auf. Die Fotografien haben auch einen malerischen Gestus.

Ausstellung bis 30. September, Technologie-Fabrik Remscheid, Berghauser Straße 62, Mo. bis Fr., 8 bis 15 Uhr.

Quelle: RP
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