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Radevormwald
Rader räumen auch im Regen auf

Radevormwald: Rader räumen auch im Regen auf
Auszubildende der Edelstahlgießerei Kuhn beteiligten sich auch am Samstag an der großen Aktion. Unterwegs waren sie unter anderem vom Kreisverkehr Westfalen-Straße bis zum Kuhn-Kreisverkehr in Rädereichen. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Mehr als 100 Freiwillige machten am Samstagvormittag bei der traditionellen Müllsammel-Aktion von Stadt und Bergischem Abfallverband mit. Bürgermeister Dr. Josef Korsten: "Umdenken in den Köpfen der Menschen". Von Wolfgang Weitzdörfer

Sie sind schon von weitem aus zu erkennen: In knallroten Warnwesten waren zahlreiche Rader am Samstagvormittag im Stadtgebiet unterwegs, um ausgerüstet mit Müllbeuteln, Zangen und Handschuhen Müll zu sammeln. "Rade räumt auf", die Sammel-Aktion von Stadt und Bergischem Abfallverband (BAV) gibt es schon seit elf Jahren, am Samstagvormittag waren mehr als 100 Freiwillige wieder einmal unterwegs, um die Stadt vom achtlos weggeworfenen Müll zu befreien - und um ein Zeichen zu setzen, wie Bürgermeister Dr. Josef Korsten bei der Abschlussveranstaltung vor dem Bürgerhaus sagte: "Es geht bei unserer Aktion natürlich nicht in erster Linie darum, einmal im Jahr die Straßen in Rade aufzuräumen. Wir wollen damit bezwecken, dass in den Köpfen der Menschen ein Umdenken stattfindet."

Ein wichtiger Baustein hierfür ist die Tatsache, dass es sich bei "Rade räumt auf" um eine zweigeteilte Aktion handelt: Neben der großen Sammelaktion am Samstag sind in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche nämlich die Schulen und Kindergärten ebenfalls im Einsatz gewesen. "Wenn wir es schaffen, in die Köpfe der Kinder zu bekommen, dass es wichtig ist, den Müll ordentlich zu entsorgen, dann ist 'Rade räumt auf' in 20 Jahren vielleicht gar nicht mehr nötig", sagte Korsten optimistisch. Die Kinder waren in der direkten Umgebung ihrer jeweiligen Schulen oder Kindergärten zum Müllsammeln unterwegs. Aus einem einfachen Grund, wie Korsten sagte: "Da sehen sie ganz unmittelbar, welcher Müll in ihrer Umgebung anfällt - vielleicht zum Teil ja auch selbst verursacht."

Unter den vielen Freiwilligen waren auch Andreas Döbler und Frank Hölterhoff, beide sind Ausbildungsleiter beim Unternehmen Kuhn Edelstahl. Mit den beiden waren zehn Azubis und Personalreferentin Selina Hofmeister unterwegs. "Wir sind im dritten Jahr dabei, unsere Azubis machen immer mit großem Eifer mit", sagte Döbler, den auch das schlechte Wetter nicht zu stören schien: "Wir haben in den vergangenen Jahren immer so ein usseliges Wetter gehabt - da wäre es schon unnormal, wenn die Sonne geschienen hätte", sagte er schmunzelnd.

Das habe jedoch keinen seiner Azubis davon abgehalten teilzunehmen, bestätigte Döbler: "Es sind alle erschienen, die sich angemeldet haben." Das lobte auch Bürgermeister Korsten: "Mein Dank geht an alle, die sich vom regnerischen Wetter nicht haben demotivieren lassen. Wir haben alle Handschuhe und Zangen ausgegeben - alle, die sich angemeldet haben, sind also auch erschienen." Sieben große Müllsäcke hatte Döbler mit seinen Azubis gesammelt, ihr Bereich war die Bundesstraße zwischen McDonald's und dem Kuhn-Kreisverkehr in Rädereichen. Zahlreiche Leute würden ihren Müll einfach aus dem Autofenster entsorgen, sagte Döbler, dem besonders aufgefallen war: "Wir haben eine Unmenge an Glasflaschen gefunden, vor allem harter Alkohol war gut vertreten: Magenbitter-Flschen in allen Größen und Wodka. Das stimmt mich nachdenklich, wenn ich bedenke, dass die Flaschen in der Regel aus den Autos geworfen wurden."

Der BAV hatte neben den Müllbeuteln, Handschuhen und Zangen noch drei Rucksäcke als Preise für die fleißigen Sammler bereitgestellt. Die Preisträger wurden von Bürgermeister Korsten bei der Abschlussveranstaltung gezogen. Bei einem Bier und einem Grillwürstchen konnten sich die freiwilligen Müllsammler gegen Mittag am Bürgerhaus von der Arbeit erholen.

Quelle: RP
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