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Radevormwald
Rader Tierärztin hilft ehrenamtlich

Radevormwald: Rader Tierärztin hilft ehrenamtlich
Dr. Birgit Schnabel zeigt ihren Kollegen, wie eine Kastration abläuft. FOTO: WTG
Radevormwald. Tierärztin Birgit Schnabel kämpft mit der Welttierschutzgesellschaft gegen das Leid streunender Hunde und Katzen. Die Radevormwalderin hat erneut ihre Koffer gepackt und gibt in Rumänien ihr Wissen ehreamtlich weiter. Von Johanna Schumacher

Nach Malawi und Gambia jetzt Rumänien: Tierärztin Birgit Schnabel aus Radevormwald packte ein weiteres Mal ihre Sachen und reiste mit der Welttierschutzgesellschaft (WTG) auf einen Einsatz ins Ausland, um ihr Wissen ehrenamtlich weiterzugeben. Die WTG zeigt in dem Bildungsprogramm "Tierärzte weltweit" Tierärzten und Studenten der Tiermedizin aus der Region Harghita, wie Hunde und Katzen fachgerecht kastriert werden. In Harghita ist Kastration eine notwendige Maßnahme, um die Zahl der streunenden Tiere kontrollieren zu können. "Weil es so viele von ihnen gibt, leiden vor allem die Straßenhunde unter Krankheiten und sind in einem schlechten Zustand. Mit dem Kastrationsworkshop möchten wir dem nun entgegenwirken. Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe und ein wichtiger erster Schritt für mehr Tierschutz in Harghita", so Schnabel.

In Harghita leben Schätzungen zufolge 30.000 Straßenhunde. Da viele nicht kastriert sind, vermehren sie sich unkontrolliert, was die Situation der Tiere verschlimmert. Ein bewährtes Mittel, um dieses Problem einzudämmen, sind, laut der WTG, flächendeckende Kastrationen. Allerdings fehlt es den Tierärzten der Region an praktischem Wissen, um solche Operationen durchzuführen. Der dreitägige Workshop unter Leitung von Wendy Phillips von der WTG aus Berlin sollte dieses Problem lösen. Ehrenamtliche Unterstützung leistete neben Schnabel, die im Hauptberuf bereits seit 15 Jahren eine eigene Praxis in Radevormwald führt, auch die Tierärztin Tina Lang aus Baden-Württemberg.

Die deutschen Fachleute gaben ihr Wissen an die 36 Teilnehmer des Workshops, rund ein Drittel aller regional tätigen Tierärzte, weiter. Am ersten Tag wurde zunächst nur theoretisches Grundwissen vermittelt, bevor in den Folgetagen das praktische Lernen begann. Raum dafür, bot das Tierheim Gheorgheni, dass von der Schweizer Organisation Starromania betrieben wird und im Gegensatz zu vielen anderen Heimen der Region gut ausgestattet ist. Nachdem die deutschen Tierärztinnen demonstriert hatten, wie die Hunde und Katzen kastriert werden, konnten die Kursteilnehmer zum Werkzeug greifen. "Sie haben sich über diese Möglichkeit sehr gefreut und entsprechend gut mitgezogen", berichtet Schnabel.

Damit sich das neu erlernte Wissen festigen kann, gibt der im Tierheim Gheorgeni tätige Arzt nun Folgeschulungen. Ziel sei es, dass die rumänischen Tierärzte selber an Kastrationsaktionen teilnehmen und so einen aktiven Beitrag zur Verringerung der Streunerpopulation leisten können, erklärt die WTG.

Birgit Schnabel betont, dass ihre Einsätze für "Tierärzte weltweit" nicht nur ihren beruflichen Horizont erweitern, sondern auch persönlich für sie wichtig sind. "Ich merke, dass die Arbeit in Afrika und jetzt in Rumänien sich positiv auf meine Ansprüche und die Einstellung zum Leben auswirkt. Deshalb bin ich immer wieder gerne bei den tiermedizinischen Kursen im Ausland dabei."

Quelle: RP
 
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