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Radevormwald
Feuer in Übergangswohnheim - Polizei nimmt Bewohner fest

Radevormwald: Feuer in Übergangswohnheim
Radevormwald: Feuer in Übergangswohnheim FOTO: Wolfgang Scholl
Radevormwald. In einem Übergangswohnheim in Radevormwald hat es am Samstagmorgen gebrannt. Zunächst hatte die Polizei mitgeteilt, dass sechs Personen verletzt worden seien. Laut Informationen unserer Redaktion wurden jedoch nur drei Personen verletzt. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund kann ausgeschlossen werden.

Das Feuer brach am Samstagmorgen um 7.54 Uhr im ersten Stock eines Übergangswohnheims an der Straße Am Gaswerk aus. Zwei Personen konnten über eine tragbare Leiter gerettet werden, vier über Fenster und eine Person sprang aus dem ersten Stock ins Freie.

Laut Aussage des leitenden Notarztes, mit dem unsere Redaktion gesprochen hat, wurden bei dem Brand drei Personen verletzt. Eine Person wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt. Eine weitere Person erlitt eine Verletzung am Sprunggelenk, eine dritte verletzte sich am Handgelenk.  

Insgesamt 23 Bewohner wurden zunächst in der nahegelegenen Hauptrettungswache der Feuerwehr untergebracht und auf Verletzungen untersucht. Bei den Bewohnern des Hauses handelt sich um Asylbewerber und Obdachlose. Auch fünf Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren waren darunter, sie blieben unverletzt.

Laut ersten Ermittlungen der Polizei hat ein 28-jähriger Bewohner des Heimes den Brand verursacht. Das Feuer brach in seinem Zimmer aus. Er stand vermutlich unter Alkoholeinfluss, so die Polizei. Der verdächtige 28-Jährige wurde von der Polizei bereits festgenommen.

Das anliegende Sana Krankenhaus hat die Bewohner umgehend mit Frühstück und Mittagessen versorgt. Der Betreuungszug des Oberbergischen Kreises war mit 35 Helfern vor Ort. 

Die Brandursache ist noch unklar, ein fremdenfeindlicher Hintergrund kann ausgeschlossen werden. Bis die Brandursache ermittelt sein wird, wird es noch etwas dauern. Aus gesundheitlichen Gründen darf das Haus, das von der Polizei beschlagnahmt wurde, bislang nicht betreten werden. Dies soll ab Montagmorgen wieder möglich sein, dann will die Polizei mit den Ermittlungen beginnen.

Für die Stadt steht nun die große Aufgabe im Raum, die Bewohner zu versorgen und nach Unterkünften zu suchen. Vorerst bezogen sie Räume in der nahegelegenen Jugendbildungsstätte, städtische Wohnungen oder wurden anderen Häusen für Asylbewerber im Stadtgebiet zugewiesen. Dort müssen die Bewohner nun vorübergehend enger zusammenrücken. 

(rue, skr)