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Radevormwald
Rauchmelder sind ab Januar 2017 Pflicht

Radevormwald: Rauchmelder sind ab Januar 2017 Pflicht
Die Installation eines Rauchmelders ist problemlos möglich, lästiges Bohren entfällt durch intelligente Magnetlösungen: Jochen Hagt, Frank Schmidt, Günther und Ulrike Künz (v.l.) haben es bereits erfolgreich getestet. FOTO: nico hertgen
Radevormwald. Der Oberbergische Kreis hat gestern mit der Radevormwalder Feuerwehr eine Info-Kampagne gestartet, damit die kleinen Lebensretter ins Bewusstsein von Vermietern und Mietern rücken. Montage und Handhabung sind einfach. Von Joachim Rüttgen

Dass Rauchmelder Leben retten können, hat sich noch nicht bei allen Radevormwaldern herumgesprochen. Deshalb startete Kreisdirektor Jochen Hagt gestern zusammen mit Frank Schmidt, stellvertretender Leiter der Feuerwache, eine Infokampagne. "Wir wollen die Idee sukzessive in Erinnerung rufen, nachdem 2013 in Nümbrecht und Waldbröl zwei Einfamilienhäuser abgebrannt waren und die Familien nur mit großem Glück gerettet werden konnten. Denn dort waren keine Rauchmelder installiert", sagte Hagt.

Er präsentierte beeindruckende Zahlen: Demnach sterben jeden Monat 35 Menschen bei einem Brand, das sind etwa 400 pro Jahr, insgesamt gibt es 4000 Schwerverletzte. Zwei Drittel der Menschen sterben nachts. Auch deshalb müsse die Überzeugung bei den Menschen wachsen, dass Rauchmelder Leben retten können. "Wir wollen sensibilisieren für die technische Hilfestellung und Verständnis wecken", sagte Hagt.

Ulrike und Günther Künz haben gute Erfahrungen mit Rauchmeldern gemacht und sie in ihrem Haus auf allen Etagen installiert. "Die Geräte sind preisgünstig und wirksam", sagt Günther Künz. Als er ein Stück Fleisch mal zu scharf angebraten hatte, ging der Rauchmelder sofort an und warnte vor zu viel Rauch.

Die Feuerwehr freut sich, wenn möglichst viele Radevormwalder Rauchmelder installieren. Denn obwohl die Rettungskräfte innerhalb von sieben Minuten nach der Alarmierung am Brandort eintreffen, "sind Rauchmelder auf jeden Fall sinnvoll", sagt Schmidt. Durch piepende Rauchmelder gebe es mittlerweile zwar auch mehr Fehlalarme, was ärgerlich sei, andererseits aber auch zeige, dass immer mehr Menschen sensibilisiert sind.

Sein Tipp: Rauchmelder gehören in jedes Schlafzimmer und entlang der Fluchtwege. Das gehöre zur Grundausstattung. "Ich habe auch über dem Fernseher einen Rauchmelder", sagt er. In der Küche mache ein Melder keinen Sinn, aber im Flur vor der Küche sicher schon. Wichtig beim Kauf eines Rauchmelders seien das GS-Siegel und das CE-Zeichen. Die enormen Preisunterschiede bei Rauchmeldern ergeben sich nach seinen Angaben aus den unterschiedlichen Arten und Funktionsweisen. "Die günstigen aus dem Baumarkt erkennen Rauch, die teureren auch einen Wärmeanstieg", erklärt Schmidt.

Günther und Ulrike Künz haben neben ihrer 60 Quadratmeter großen Wohnung auch das komplette Treppenhaus und die vermietete Wohnung im Obergeschoss mit Rauchmeldern ausgestattet. "Oben gibt es auch noch einen offenen Kamin", sagt Ulrike Künz, die das städtische Archiv leitet.

Frank Schmidt weist daraufhin, dass es gerade für Mehrfamilienhäuser auch über Funk vernetzte Rauchmelder gibt. Er halte es für wichtig, dass die batteriebetriebenen Geräte regelmäßig geprüft werden. Hält sich ein Hausherr oder Vermieter nicht an die gesetzlichen Vorgaben, kann das aus juristischer Sicht ein Straftatbestand sein, sagte Hagt. "Außerdem ist das eine Versicherungsfrage. Wenn ein Rauchmelder dazu führt, dass die Feuerwehr rechtzeitig vor Ort ist, geht die Versicherung davon aus, dass der Schaden geringer ist", sagt er.

Wer sich informieren möchte, kann dies auf der Homepage des Kreises tun. Dort gibt es auch Hinweise auf kostenfreie Broschüren, die online bestellt werden können.

www.obk.de www.rauchmelder-lebensretter.de

Quelle: RP
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