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Radevormwald
Realschulhalle wird wieder freigegeben

Radevormwald: Realschulhalle wird wieder freigegeben
Mitarbeiter des Betriebshofes werden die Sporthalle Realschule noch vor Weihnachten wieder zurückbauen. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Radevormwald. Stadt wird keine Flüchtlingserstaufnahmestelle, bekommt aber Zuweisungen. Halle II als Reserve.

Wichtige Informationen, wie es mit der Unterbringung von Flüchtlingen in der nächsten Zeit in Radevormwald weitergehen könnte, brachte Bürgermeister Johannes Mans am Montagabend aus Köln von einem Gespräch mit Vertretern der Bezirksregierung mit. Dort war erklärt worden, dass Radevormwald aller Voraussicht nach keine Erstaufnahmestelle wird. "Die Tendenz geht gegen null", sagte Mans. Das Land präferiere seine eigenen Einrichtungen. Ende Oktober waren vom Oberbergischen Kreis noch weitere Erstaufnahmestellen angefragt worden. Deshalb wird die Stadt in den nächsten Tagen auch die im Oktober geschlossene Sporthalle Realschule (Halle II) an der Hermannstraße wieder zurückbauen lassen und für den Sport öffnen. "Ich habe mit Norbert Petri vom Betriebshof gesprochen. Da derzeit kein Winterdienst benötigt wird, werden seine Mitarbeiter die Halle vor Weihnachten noch räumen", sagte Mans.

In Köln habe man Verständnis dafür gezeigt, dass die Kommunen in der Region inzwischen an den Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit angelangt seien. Jochen Knorz, Fachbereichsleiter Soziales und Ordnung, berichtete, dass es in der Stadt derzeit 380 Flüchtlinge gebe und alleine für diese Woche noch weitere 21 Neuankömmlinge angemeldet sind. Auch für die kommende Woche bis Weihnachten sollen weitere Flüchtlinge der Stadt zugewiesen werden. In Köln ist den Vertretern der Städte mitgeteilt worden, dass es an und zwischen den Feiertagen keine weiteren Zuweisungen geben soll. Für die Stadt bedeutet das aber nur eine Atempause, da die Zuweisungen dann Anfang Januar erfolgen werden.

Personell reagieren wird die Stadtverwaltung auf die erneut gestiegenen Zahlen nur bedingt. Für den Bereich der Verwaltung könnte es Veränderungen geben. Man wolle die Zuordnung optimieren, kündigte der Bürgermeister gestern an. "Bei den Sozialarbeitern sind wir inzwischen gut aufgestellt", ergänzte er. Er sehe deshalb aktuell keinen weiteren Bedarf. Die Betreuung der Flüchtlinge könne mit dem vorhandenen Personal sichergestellt werden.

Probleme sieht die Verwaltung bei der Suche nach Unterkünften. "Der Wohnungsmarkt ist so gut wie leer gefegt", sagte der Bürgermeister. Leider hätte ein potenzieller Hauseigentümer, der weitere zwölf bis 15 Wohnungen anbieten wollte, Probleme, um die Wohnungen für eine Vermietung vorbereiten zu können. Die Stadt sei deshalb weiter auf der Suche nach Wohnraum für die Flüchtlinge. "Eines ist dabei klar für uns, wir wollen die uns zugewiesenen Flüchtlinge nicht in Zelten wohnen lassen", sagte Johannes Mans. In Köln ist der Stadt auch geraten worden, einen Puffer für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zu schaffen. Dieser Puffer könnte wieder die Realschulhalle sein. "Das wird man sehen", sagte Mans.

(wos)
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