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Radevormwald
"Rebellin von Mykonos" jetzt neu aufgearbeitet

Radevormwald: "Rebellin von Mykonos" jetzt neu aufgearbeitet
Martina Kempff verschlug es vor einigen Jahren nach Radevormwald. Jetzt hat sie in ihrer Schreibwerkstatt ein früheres Buch überarbeitet. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Radevormwald. Die in Rade lebende Autorin Martina Kempff hat ihren Roman über die griechische Rebellin Mando Mavrojenous knapp 20 Jahre nach der Urfassung überarbeitet und neu herausgebracht. Von Flora Treiber

Martina Kempff hat inzwischen mehr als 16 Bücher veröffentlicht und eines ihrer frühesten Werke, "Die Rebellin von Mykonos - Der Traum vom freien Griechenland", im vergangenen Jahr überarbeitet. Vor zwei Tagen ist die neue Version, samt Dokumentation und Chronik, im Ammianus-Verlag erschienen. Die Bergische Buchhandlung am Schlossmacherplatz hat ein Schaufenster mit dem neuen Buch und der Krimi-Reihe der Radevormwalderin dekoriert.

Bevor die Autorin 2009 nach Radevormwald gezogen ist, hat sie acht Jahre in Griechenland gelebt. Von den insgesamt 38 Umzügen in ihrem Leben hat einer sie auf die Insel Mykonos vertrieben. Dort ist die Idee zu dem historischen Roman entstanden, der die Geschichte von Mando Mavrojenous behandelt. Die historische Spurensuche spielt 1821 und stellt die Freiheitskämpfe Griechenlands in den Mittelpunkt der Handlung. Martina Kempff ist froh, dass der Roman neu erscheint. Nicht nur, weil sie ihn überarbeiten konnte, sondern auch, weil er Hintergrundinformationen zu der aktuellen Krise Griechenlands liefert.

"In Mykonos steht eine Frauenstatur auf einem Sockel. Ungewöhnlich für eine Macho-Gesellschaft. Das hat meine Aufmerksamkeit erregt", sagt Kempff. In ersten Gesprächen mit Einheimischen wurde ihr die in Stein geschlagene Figur als Freiheitskämpferin und Heldin präsentiert. Die junge Aristokratin Mando Mavrojenous hat nicht nur ihr Vermögen, sondern ihre gesamte Lebensenergie für die Freiheit ihrer Heimat eingesetzt. "Das hat mich interessiert. Sie konnte verhindern, dass Türken auf griechischem Gebiet landen konnten", sagt sie. An dem Inhalt und dem historischen Rahmen hat die Autorin und Journalistin bei der Überarbeitung nichts verändert. Die Fakten stimmten bereits in der ersten Fassung und sind detailliert recherchiert. "Ich habe mich weiterentwickelt. Meine Sprache ist gereift", sagt Kempff. Die Neuauflage von "Die Rebellin von Mykonos" ist also eine geschliffene Fassung, die Kempffs Entwicklung als Schriftstellerin abbildet. Die Chronik und historischen Erklärungen samt Abbildungen am Ende des Buches sind exklusiv für die Fassung des Ammianus-Verlags entwickelt worden.

Geschrieben hat die Autorin das Buch ursprünglich 1997 in einer einsamen Hütte an ihrem Lieblingsstrand in Griechenland. "Recherchiert habe ich in Archiven und in Gesprächen mit der griechischen Bevölkerung. Ich habe auch alte Briefe gefunden", sagte die 66-Jährige. Neben den politischen Freiheitskämpfen macht sie die Freiheit von Liebe und Sexualität von Frauen in dem historischen Roman zum Thema. "Es gibt ausführliche Sexszenen, die unter anderem meine Mutter entsetzt haben. Mir waren sie aber wichtig, um zu zeigen, dass die Protagonistin nicht nur gegen die Fremdbestimmung ihres Landes kämpft, sondern auch für ihre eigene Zufriedenheit."

Zu dem großen Rader Stadtfest Anfang Mai plant sie eine Signierstunde in der Radevormwalder Buchhandlung und freut sich besonders über die Unterstützung der örtlichen Buchhändler.

Quelle: RP
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