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Feuerwehr Besondere Ausrüstung (5)
Rettungstaucher sichern Leib und Leben

Feuerwehr Besondere Ausrüstung (5): Rettungstaucher sichern Leib und Leben
Brandoberinspektor Dirk Rodermann ist in der Regel für Übungstauchgänge unterwegs. Zehn Einsätze gibt es im Schnitt pro Jahr. FOTO: nico hertgen
Radevormwald. Die BM stellt in einer kleinen Serie in loser Folge spezielle Ausrüstungsgegenstände und Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr vor. Heute geht es um die Einsatztaucher der Wasserrettungsgemeinschaft von Freiwilliger Feuerwehr und DLRG. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ihr Einsatzgebiet sind die Talsperren im Umkreis von Radevormwald: Die Rettungstaucher der Wasserrettungsgemeinschaft von Freiwilliger Feuerwehr Radevormwald und DLRG. Patrick Pelka, Brandoberinspektor in Rade, und sein Kollege Dirk Rodermann, ebenfalls Brandoberinspektor, stehen an der Hauptfeuerwache an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße und präsentieren ihr neues Einsatzauto, bei dem es sich in Wirklichkeit um einen ausrangierten Rettungswagen aus Schwerte handelt.

Unser altes Auto hat vor zwei Jahren die Grätsche gemacht, der TÜV hat uns geschieden", sagt Rodermann und schmunzelt. "Dann hat es eben ein bisschen gedauert, bis wir Ersatz bekommen haben. Die Schwerter Kollegen haben den Wagen ausrangiert, weil er schon mehr als 200 000 Kilometer auf der Uhr hatte. Aber wir kommen gut damit zurecht", sagt Pelka.

Mit dem Einsatzwagen fahren die Rettungstaucher vor allem zur Bever- und Wuppertalsperre. In aller Regel für Übungstauchgänge, erklärt Rodermann. "Wir machen dort die notwendigen zehn Übungstauchgänge pro Jahr, man muss als nämlich Rettungstaucher eine bestimmte Stundenzahl pro Jahr erreichen." Und die Übungen sind wichtig. Denn zusätzlich rücken die Rettungstaucher dann aus, wenn Gefahr für Leib und Leben von Badegästen oder Seglern droht. "Es kommt aber nicht sehr oft vor, zehn Einsätze pro Jahr sind schon viel. Und oft handelt es sich dabei auch um Fehlmeldungen", berichtet Pelka und erzählt diese Geschichte: Anfang des Jahres gab es ein Segelboot, das ohne Kennzeichnung bei starkem Wind auf der Bever gesichtet wurde und das ganz offensichtlich in Schwierigkeiten war. Es war eine lange Suche, bis wir das gekenterte Boot schließlich gefunden hatten. Allerdings hatte sein Besitzer sich gar nicht mehr an Bord befunden. Pelka: "Der ließ sein Boot einfach Boot sein und war dann auch völlig verwundert, als wir ihn endlich zu Hause ausfindig gemacht hatten." Glücklicherweise ging die Episode glimpflich aus.

Aber die Rettungstaucher von DLRG und Feuerwehr, deren Kooperation seit 1996 besteht, haben auch tragische Einsätze zu verkraften: "Grundsätzlich sind die etwa 3000 Quadratmeter Wasserfläche, wie sie etwa die Bever umfasst, schwer zu kontrollieren. Entsprechend klein ist oftmals das Zeitfenster", sagt Rodermann, der dann einen solchen Fall schildert: "Drei Männer waren in einem Kanu auf der Bever unterwegs und sind in Bedrängnis geraten. Einen der Männer konnten wir nur noch tot bergen."

Damit die Taucher selbst nicht in zusätzliche Gefahr geraten, werden sie von Kollegen über Wasser geführt. Auch dieses Führen wird bei den Übungstauchgängen trainiert. Auch für die Hochwasserbekämpfung sind die Rettungstaucher der Freiwilligen Feuerwehr und der DLRG zuständig. Allerdings ist das Bergische Land davon natürlich kaum betroffen. "Dann wird überregional geholfen. Wir waren etwa beim Jahrhunderthochwasser an der Elbe 2002 im sächsischen Torgau zur Unterstützung vor Ort", erzählt Pelka. Bei Hochwasser sei indes die Wasserqualität entscheidend. "Man kann da manchmal einfach nicht mehr tauchen, das Wasser ist zu verschmutzt - dann hilft man eben anderweitig. Jede Hand ist bei solchen Katastrophen ja wichtig", sagt Rodermann.

Bis man Einsatztaucher ist, vergehen ein paar Jahre, erklärt Rodermann: "Zwei Jahre dauert die Fachausbildung Wasserrettungsdienst, dann kann man sich zum Einsatztaucher weiter ausbilden lassen - das dauert dann auch noch einmal etwa zwei Jahre."

Quelle: RP
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